Juttas Blog

Hier bloggt COPD-Patientin und Lungentrainerin Jutta. Ihr Leben von der Diagnose COPD bis hin zur Lungentrainerin ist voller praktischer Erfahrungen, die sie im Blog mit uns teilen möchte.

Meine Reise-Tipps für COPD-Patienten

In den Urlaub fahren trotz COPD? Ja, unbedingt! Was ich als Lungenpatient dabei beachten sollte, darum geht es in meinem heutigen Blogbeitrag.

Grenzen akzeptieren – besonders in den Bergen

Im Sommerurlaub ging es für mich in diesem Jahr nach Österreich in die Berge - meiner Familie zuliebe! Denn als Lungenpatient muss ich wissen: In der Höhe wird die Luft dünner! Was ein lungengesunder Mensch locker wegsteckt, stellt für mich eine zusätzliche Belastung dar – die Lungenfunktion sinkt und das Atmen fällt mit jedem Höhenmeter schwerer.

Wen es im Urlaub trotzdem in die Höhe zieht, sollte den Unterschied zwischen gesunder Aktivität und ungesunder Überbelastung kennen. Gesund aktiv zu sein, d.h. zu akzeptieren, dass man nicht mehr wie früher jeden Gipfel erstürmen kann, und dass man sich nach einer Belastung ausreichend Erholungsphasen gönnt.

Die Luft am Meer tut der Lunge gut

Wenn ich es mir aussuchen darf, ist mein Reiseziel eher das Meer als die Berge. Die salz- und aerosolhaltige Luft tut meiner Lunge gut! Das gilt besonders für Nord- und Ostsee und mit Abstrichen auch für das Mittelmeer. Für Urlaube in der wärmeren Mittelmeerregion eignen sich aufgrund der milderen Temperaturen eher Vor- und Nachsaison (März – Mai und September – November) als die heiße Hauptsaison.

Die Wirkung eines solchen Urlaubs trägt mich nahezu beschwerdefrei über ein halbes Jahr. Dieser nachhaltige Erholungseffekt lässt sich aber nur erreichen, wenn ich mindestens 2, besser noch 3 Wochen verreise. Diese Zeit braucht es einfach, um Geist und Körper die nötige Auszeit zu verschaffen.

Meine Reise-Tipps:

  • Wer möchte, kann den Urlaub auch mit einem Aufenthalt in einer Reha-Einrichtung verbinden. Einmal im Jahr ist das für unsere Lunge eine sehr sinnvolle Maßnahme - alle 4 Jahre werden die Kosten sogar von den Krankenkassen übernommen.
  • Für Sauerstoffpatienten übernehmen die meisten Krankenkassen einmal im Jahr die Lieferung von Sauerstoff an einen beliebigen Ort innerhalb Deutschlands für 2 Wochen.
  • Fliegen ist mit COPD so eine Sache. Ich habe für mich entschieden, nicht mehr zu fliegen. Grundsätzlich ist eine COPD aber kein Hinderungsgrund. Die Flugtauglichkeit kann man im Vorfeld von einem Lungenfacharzt untersuchen lassen und auch für Sauerstoffpatienten gibt es Möglichkeiten.
  • Zu guter Letzt sollte im Urlaub neben aller Aktivität auch die Entspannung nicht zu kurz kommen. Meditationen, Atementspannung oder therapeutische Anwendungen sind gute Möglichkeiten, um sich immer wieder mal auszuklinken und in seinen Körper hineinzuhorchen.

Auch im Urlaub gilt also: Aktiv sein, sich bewegen und dabei eine Balance zu finden zwischen gesunder Aktivität und erholsamer Entspannung.

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