Leichter atmen mit der Lippenbremse

Im heutigen Beitrag möchte ich Euch die Lippenbremse vorstellen. Als Lungenpatienten sollten wir diese Atemtechnik unbedingt kennen und beherrschen - sie schützt vor Atemnot und verschafft uns mehr Luft, wenn wir uns anstrengen.
 | 14.11.2014

Die Lippenbremse ist mit das Erste, was ich den Teilnehmern meiner Lungensportgruppen ans Herz lege. Durch den Einsatz dieser simplen Atemtechnik kann mehr Luft beim Ausatmen entweichen und anschließend auch mehr Luft eingeatmet werden.

Wann wenden wir die Lippenbremse an?

Die Lippenbremse hilft uns in 2 Situationen:

  1. Wenn wir eine Anstrengung vor uns haben.

    Sobald ich mich anstrengen muss, setze ich die Lippenbremse ein: Beim Treppensteigen, beim Großeinkauf oder wenn ich meine tägliche Runde an der frischen Luft drehe – dann hilft mir die Lippenbremse, die Anstrengung zu minimieren und Atemnot zu vermeiden.
  2. Wenn wir Luftnot verspüren.

    Sobald ich eine Beklemmung im Brustkorb fühle und die Luft wegbleibt, setze ich die Lippenbremse ein. Das dosierte Ausatmen verschafft mir in diesen Situationen mehr Luft und hilft mir, die Kontrolle zu behalten und nicht panisch zu werden.

Wie funktioniert die Lippenbremse?

Die Anwendung der Lippenbremse ist ganz einfach:

  1. Zunächst atmen wir langsam und tief durch die Nase ein und zählen dabei bis 4.
  2. Entscheidend ist das Ausatmen: Dafür drücken wir die Lippen sacht aufeinander, so dass ein leichter Widerstand entsteht. Dann atmen wir durch einen kleinen Spalt zwischen den leicht gespitzten Lippen aus und zählen dabei bis 6 (wer kann zählt bis 8).

Indem wir mithilfe der Lippenbremse den Druck in den Atemwegen erhöhen, weiten sich die Bronchien und es kann mehr Luft einströmen. Wichtig ist dabei, die Luft nicht druckvoll herauszupressen, sondern langsam und gleichmäßig entweichen zu lassen, ohne die Backen aufzublähen. Probiert es aus!

© Dr. Oliver Göhl, www.trainingbeicopd.de

Noch ein Lese-Tipp zum Schluss: Im Buch „Training bei COPD“ von Dr. Oliver Göhl findet man viele anschauliche Informationen und Anleitungen zu sinnvollen Kraft- und Atemübungen bei COPD – sehr empfehlenswert!

Meine Frage an Euch: Wer kann von Erfahrungen mit der Lippenbremse berichten und was tut ihr gegen Atemnot?

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July
1 Monat zuvor

Hallo an Alle, hat Jemand Erfahrung mit Wasser , wenn auch wenig in der Lunge, mein Röntgenbild hat es ergeben und das mein Herz sich nach links hin vergrössert hat. ich habe mir einen Termin beim Kardiologen genommen und hoffe es ist alles nicht so arg wie es gerade aussieht. mein Volumen in der Lunge ist dadurch etwas kleiner geworden und ich habe mehr Mühe zu atmen. Die Angst ist wieder da.. Euch allen viel Atemluft, Gruß July

July
2 Monate zuvor

hallo zusammen , ja auch ich habe seit 10 Jahren ca COPD inzwischen Stufe3 nach Gold . Habe alles was möglich ist getan , Lungensport tägliche Bewegung in Form von Heimtrainer und gehen wann immer möglich. Nun hatte ich eine starke Erkältung in Form von Husten, Schnupfen Gliederschmerzen. So etwas wirkt sich bei uns ja immer schlimmer aus als es ohne die angeschlagenen Lunge währe. Also Artzt , Kortison in Form von Tabletten. und Spray, aber mir geht es mies. Jetzt wird noch geröntgt und ich habe Angst das es wieder eine Stufe weiter geht.Meine Seele hängt schon lange und ich habe das Gefühl ich schaffe die Belastung nicht mehr. Oh Schiet, das klingt nach Jammer, Jammer… wie geht Ihr mit dem Seelentief um? Alles Gute und ganz viel Luft , liebe Grüße July

Jürgen
2 Monate zuvor
Reply to  July

Hallo July,
dass Sie Angst haben im Bezug auf eine Verschlimmerung kann ich gut verstehen. Meine persönliche Erfahrung ist allerdings eine andere.
2019 hatte ich eine Lungenentzündung mit Intensivstation und Beatmung, das volle Programm und mir ging es danach richtig schlecht. Meine Werte waren im Keller, aber nach Atemphysiotherapie, Atemtraining (RC-Cornet) und Bewegung, waren die Werte nach 8-9 Monaten wieder auf dem Stand von vor der Lungenentzündung.
Die Depressionen ‚bekämpfe‘ ich durch Kontakte und Gespräche mit Familie und Freunden.
Ich hoffe meine Antwort hilft Ihnen, etwas besser mit Ihrer Situation zurecht zu kommen, gute Besserung und alles Gute, liebe Grüße Jürgen

July
2 Monate zuvor
Reply to  Jürgen

Hallo Jürgen , Danke für die Einschätzung und die Ratschläge. Ja ich pflege meine Kontakte und die Familie unterstützt mich wo sie nur kann… Morgen werde ich wissen was die Röntgenaufnahme sagt und dann mal schauen. das Problem ist eigentlich das ich alle 3-4 Monate soweit runter bin, das Kortison nötig wird ,das ist dann kein Spaß, irgendwie schaffe ich es nicht ohne ,doch dieses Medi erzeugt nach der Erleichterung für die Lunge eine Art von Deprimiertheit die ich nicht so einfach abschütteln kann. Es tut aber gut hier mal rein zu sehen und zu wissen , es gibt Menschen die ähnliches durchstehen und damit umgehen können. Euch allen ganz viel Luft July..Vielleicht schaffe ich das ja auch noch!

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