Medikamente bei COPD – Die 3 häufigsten Fragen

Medikamente sind für uns COPD-Patienten ein zentraler Bestandteil der Therapie. Trotzdem besteht häufig Verwirrung hinsichtlich Auswahl, Therapietreue und Anwendung der verschriebenen Medikamente. Auf die 3 häufigsten Fragen möchte ich hier kurz eingehen.
 | 12.03.2015

Welches Medikament ist das Richtige für mich?

Bei einer COPD gibt es nicht das „eine“ richtige Medikament. Jeder Wirkstoff hat Vor- und Nachteile und wie ein Patient ein Medikament verträgt ist stark vom Einzelfall abhängig.

Bei der Wahl des Medikaments ist deshalb die Zusammenarbeit von Arzt und Patient gefragt. Die Vielzahl unterschiedlicher Medikamente mag für den Einzelnen verwirrend sein, den Ärzten erlaubt sie, die Therapie möglichst genau auf den Einzelfall abzustimmen.

Die grundlegende Einstellung der Therapie übernimmt der Lungenfacharzt. Mit ihm besprechen Sie die Wahl des Medikaments und die erwünschte Wirkung. Der Hausarzt übernimmt dann die Überwachung der Ergebnisse und ggf. die Anpassung der Dosierung.

Muss ich die Medikamente regelmäßig einnehmen, auch wenn es mir gut geht?

Ganz eindeutig: Ja! In Phasen relativer Beschwerdefreiheit vernachlässigen viele Patienten die Einnahme der Medikamente oder setzen sie gar ganz ab. Ein Fehler! COPD ist eine chronische Erkrankung. Die Entzündung der Bronchien ist auch in beschwerdefreien Phasen immer vorhanden und muss konstant behandelt werden.

Wenn die erhoffte Wirkung eines Medikaments nicht eintritt oder starke Nebenwirkungen auftreten, konsultieren Sie Ihren Arzt, bevor Sie die Medikation verändern.

Übrigens: Nicht jeder Wirkstoff wirkt unmittelbar nach der Einnahme. Geben Sie einem Medikament also genügend Zeit, seine Wirkung zu entfalten.

Wie wende ich die Medikamente richtig an?

Das beste Medikament bleibt wirkungslos, wenn es nicht in die Lunge gelangt. Der Wahl des richtigen Inhaliergerätes kommt also eine ebenso große Bedeutung zu wie der Wahl des Medikaments.

Um Fehler bei der Inhalation zu vermeiden, können Sie Ihren Apotheker um eine Einweisung in die richtige Anwendung Ihres Geräts bitten. Viele Hersteller bieten auch Schulungen oder Videos auf Ihrer Webseite zu speziellen Inhaliergeräten an. Für die Anwendung von Dosieraerosolen empfiehlt sich zudem der Einsatz einer Inhalierhilfe.

Ich freue mich wie immer auf Eure Berichte und Erfahrungen zum Thema!

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36 Kommentare
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Dorchen
7 Tage zuvor

Hallo zusammen,
ich bin 68 Jahre alt und habe COPD Stadium Gold A III. Mein FEV1 Wert war bei der letzten Lufu 39%.
Dass ich jahrelang so viel geraucht habe, ärgert mich sehr … aber die Uhr zurückdrehen kann ich leider nicht mehr. Vielleicht kennt das der/die Eine oder Andere von euch.
Meine Frage geht in den mentalen Bereich. In unserem Familienkreis gibt es eine Person, die mich ständig auf meine COPD anspricht. In einer Form, in der sie mir immer und immer wieder vor Augen hält, wie krank ich bin.
„Das wird ja nie mehr besser“ oder „Die Krankheit schreitet schnell voran“. Vor ein paar Tagen habe ich im Familenkreis erwähnt, dass wir überlegen, vor Weihnachten noch 14 Tage auf die Insel zu fahren, wir aber noch am Überlegen sind.
Sofort fasste sie sich an die Bronchien und meinte, dass sie das verstehen könne, denn die kalte Luft wäre ja überhaupt nicht gut für meine Gesundheit. Ich habe ihr erklärt, dass wir nicht wegen der kalten Luft drüber nachdenken würden, sondern generell wegen des Wetters, denn wenn es nur regnet, macht es keinen Spaß zu radeln. Uns jedenfalls nicht.
Vor einiger Zeit habe ich mal erwähnt, dass ich sehr gern mal wieder in den Süden fliegen möchte. Prompt kam die Antwort, dass ich das mit meiner Lunge nicht mehr hinkriegen würde. Und wieder habe ich mich erklärt, dass meine Ärztin bei Flügen innerhalb Europas grünes Licht gibt.
Letztendlich hatten mein Mann und ich vor Wochen Corona. Es war ein sehr milder Verlauf, wir hatten wahnsinnig viel Glück. Und wieder kamen Anspielungen, dass das bei meiner Vorerkrankung sehr ungewöhnlich sei.
Ich bin weiß Gott nicht auf den Mund gefallen, aber in dem Punkt stehe ich regelrecht neben mir. Sie trifft immer wieder den wunden Punkt.
Kennt das jemand von euch? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und wenn ja, wie seid ihr damit umgegangen?
Ich wünsche einen schönen Abend.
Liebe Grüße

Doris
4 Tage zuvor
Reply to  Dorchen

Liebes Dorchen, ich bin in der ähnlichen Situation wie du, COPD III A, FEV1 38 %; 70 Jahre, momentan grad in einer fiesen Exazerbation, Kortison Stosstherapie etc.
Natürlich ärgere ich mich auch über meine jahrelange Raucherei, aber wie du schreibst, wir können’s nicht mehr ändern, Hauptsache wir rauchen jetzt nicht mehr.
Zu deiner fiesen Verwandten: halt dich von ihr fern! Oder falls nicht möglich, sag Ihr danke für den Ratschlag, aber ich möchte nicht darüber diskutieren. Solche Leute tun uns gar nicht, sie wollen auch nicht wirklich helfen, ihre Art ist einfach nur übergriffig. Mach’s gut und schöne Ferien.

Dorchen
8 Stunden zuvor
Reply to  Doris

Liebe Doris,
vielen Dank für deine Antwort. So habe ich mir das auch für die Zukunft vorgenommen. Diese dummen Sprüche einfach hinnehmen, geht gar nicht. Manche Menschen haben ein so toxisches Verhalten, dass es einem die Sprache verschlägt.
Ich wünsche dir alles Liebe … und, dass du die fiese Exazerbation bald überstanden hast. Es ist gerade eine doofe Zeit. Alles ist erkältet und wenn wir was abkriegen, ist es nicht so günstig.
Durch Sport und Training können wir viel Positives erreichen, aber das wirst du längst wissen.
Alles Liebe und herzliche Grüße …

Doris
4 Stunden zuvor
Reply to  Dorchen

Ja die Bewegung ist für uns wirklich das A u. O, danke für die guten Wünsche und sei lieb gegrüsst

Günter
8 Tage zuvor

Habe anstatt Trimbow jetzt Trelegy bekommen. Nach dem Inhalieren stets blaue Fingernägel und auch sonst keine spürbare Verbesserung.

Vera Gravenstein
8 Monate zuvor

Hat jemand Erfahrung mit dem lungwntrainer P100 idiag

Ursula
9 Monate zuvor

Danke für Eure Antworten zu Trelegy Ellipta. Eine Bekannte hat mir den Tipp gegeben vor dem Inhalieren mit dem Medikament, mit Salzlösung zu inhalieren, damit die Atemwege gut befeuchtet sind. Hab‘s gemacht und ja es ist richtig gut.
Julchen, die Frage wie oft du Cortison für 5 Tage nehmen darfst, kann dir wahrscheinlich am ehesten dein HA oder Lufa beantworten.
Allen hier einen schönen Sonntag und liebe Grüsse Ursula

Julchen
9 Monate zuvor

Hallo kann mir vielleicht jemand sagen wie oft im Jahr man Kortison jeweils 5 tage Stoßtherapie nehmen darf bei einer Exazerbazion? Vielen Dank im Voraus.. ich habe immer ein mulmiges Gefühl wenn ich Kortison Tabletten nehme weil es mir schon wieder schlecht geht. Ich habe COPD nach Gold 3 Euch allen viel Luft..

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