Wenn Schleim im Hals nach unten wandert

Kennen Sie das Gefühl, ständig einen Kloß im Hals zu haben? Sie müssen sich räuspern, besonders morgens klebt zäher Schleim im Hals. Und Sie haben das Gefühl, dass dieser Kloß nach unten wandert.
 | 27.10.2020

Gerade im Winter leiden viele Menschen darunter. Die Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus, Erkältungen haben Hochsaison. Für Menschen mit Asthma oder COPD ist das besonders belastend. Denn wenn Schleim von der Nase in die Bronchien wandert, sprechen Ärzt:innen von einem „Etagenwechsel“. Das kann die Atemwege zusätzlich belasten.

Aber was genau passiert dabei? Und was können Sie selbst tun? In diesem Artikel erfahren Sie, warum Schleim im Hals entsteht, wann er zum Problem wird und wie Sie aktiv gegensteuern können.

Schleim im Hals – was Betroffene fühlen

Viele Menschen kennen diese Beschwerden:

  • ein Kloßgefühl im Hals, als würde ständig etwas hängen bleiben
  • ständiger Zwang, sich zu räuspern oder zu hüsteln
  • zäher Schleim im Rachen, besonders morgens nach dem Aufwachen
  • Beschwerden, die im Liegen oder nachts schlimmer werden

Dahinter steckt häufig sogenannter postnasaler Schleim. Das bedeutet: Sekret fließt von der Nase oder den Nebenhöhlen nach hinten in den Rachen statt nach vorn abzuströmen.

Der normale Schleimfluss funktioniert wie ein Fliegenfänger. Feine Flimmerhärchen auf der Schleimhaut transportieren ständig Schleim mit Fremdkörpern, Viren und Bakterien nach außen. Doch bei trockener Heizungsluft oder Entzündungen verlangsamt sich dieser Transport. Der Schleim wird zäh. Die Reaktion des Körpers: Niesen, Räuspern oder Husten. Das sind Anzeichen dafür, dass die natürliche Abwehr allein nicht mehr ausreicht.

Post-Nasal-Drip-Syndrom – der medizinische Begriff

In der Medizin wurde dieses Problem lange als Post-Nasal-Drip-Syndrom bezeichnet. „Post-nasal“ bedeutet „hinter der Nase“, „Drip“ steht für „Tropfen“ – gemeint ist Schleim, der nach hinten in den Rachen tropft.

Nach heutigem medizinischem Sprachgebrauch fassen Fachleute dieses Beschwerdebild unter dem Begriff Upper Airway Cough Syndrome (UACS) zusammen; damit ist im Grunde dasselbe gemeint, nämlich Husten und Schleimgefühl im Hals durch Sekret aus den oberen Atemwegen.

Typische Auslöser sind:

  • trockene Heizungsluft im Winter
  • Erkältungen und Infekte
  • chronische Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis)
  • Allergien, zum Beispiel gegen Hausstaubmilben

Der Schleim reizt empfindliche Stellen im Rachen und Kehlkopf. Das löst Hustenreiz aus. Bei empfindlichen Bronchien kann der Schleim auch eingeatmet werden und dort Husten, Engegefühl oder pfeifende Atmung verursachen.

Was Ärzt:innen „Etagenwechsel“ nennen

Manchmal bleibt der Schleim nicht im Rachen. Er wandert weiter nach unten in die Bronchien und die Lunge. Lungenärzt:innen sprechen dann von einem Etagenwechsel.

Das Bild ist einleuchtend: Das Problem verlagert sich von Etage zu Etage.

  • Obere Atemwege: Nase und Nebenhöhlen
  • Mittlere Etage: Rachen und Kehlkopf
  • Untere Atemwege: Bronchien und Lunge

Zusammen mit dem Schleim wandern auch Entzündungsstoffe nach unten. Wissenschaftler:innen sprechen vom Konzept der „vereinten Atemwege“. Das bedeutet: Nase und Lunge funktionieren als eine Einheit. Entzündungen in der Nase beeinflussen die Bronchien und umgekehrt.

Warum Asthma- und COPD-Patient:innen besonders betroffen sind

Der Etagenwechsel ist für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen ein großes Problem. Schleim und Entzündungen von oben können:

  • akute Verschlechterungen (Exazerbationen) auslösen
  • Husten verstärken
  • Infektionen tiefer in die Atemwege ziehen
  • die Lungenfunktion verschlechtern

Doch was tun, wenn der Winter sich nun einmal nicht aufhalten lässt?

Was Sie selbst tun können – Schleimfluss normalisieren

Die gute Nachricht: Sie können selbst viel tun, um den Schleimfluss zu normalisieren. Das Wichtigste ist, die Schleimhäute feucht zu halten. Denn nur dann können die feinen Flimmerhärchen richtig arbeiten und Schleim nach außen transportieren – nicht nach unten. Bei chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD können zusätzlich spezielle Atemtherapiegeräte und Inhalation helfen, festsitzenden Schleim zu lösen und den Schleimtransport zu unterstützen.

Lächelnde Krankenschwester zeigt einem Patienten während einer Untersuchung in einem hellen Raum einen Inhalator.

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Die Atemwege feucht halten

Diese Maßnahmen helfen:

  • Nasenduschen oder Inhalieren mit Kochsalzlösung: Das löst zähen Schleim und befeuchtet trockene Schleimhäute. Kochsalzlösungen lassen sich nur mit Inhalatoren (Verneblern) wirksam einatmen. Beim Inhalieren über einem Topf gelangt kein Salz in die Atemwege – es bleibt im Wasser zurück. Eingeatmet wird lediglich warmer Wasserdampf. Dieser kann zwar als angenehm empfunden werden, eine schleimlösende Wirkung durch Salz tritt jedoch nicht ein. 
  • Ausreichend trinken: Über den Tag verteilt genug Flüssigkeit aufnehmen.
  • Atemtherapiegeräte wie das RC‑Cornet® PLUS NASAL: Bei chronischen Beschwerden durch Postnasal-Drip oder Sinusitis können zusätzlich spezielle Atemtherapiegeräte für die Nase helfen. Sie erzeugen beim Ausatmen sanfte Schwingungen und einen leichten Ausatemdruck, lösen Schleim in den oberen Atemwegen und können so Husten und Etagenwechsel nach unten reduzieren. Die Atemtherapie mit dem RC-Cornet® PLUS NASAL lässt sich durch den Anschluss eines Verneblers mit einer Feuchtinhalation kombinieren. 
  • Luftfeuchtigkeit erhöhen: Ein Luftbefeuchter oder feuchte Handtücher auf der Heizung helfen gegen trockene Heizungsluft.
  • Befeuchtende Nasensprays: Am Arbeitsplatz oder tagsüber können befeuchtende Nasensprays unterstützen. Wichtig: Verwenden Sie keine abschwellenden Sprays länger als drei bis fünf Tage. Bei längerer Anwendung gewöhnt sich die Nase daran und schwillt ohne das Spray wieder zu.
  • Ätherische Öle: Eukalyptus oder Thymian können zusätzlich helfen, den Schleim zu lösen. Wichtig: Für Kinder, Allergiker und Menschen mit empfindlichen Atemwegen ist aufgrund eines erhöhten Risikos die Inhalation mit ätherischen Ölen eher nicht ratsam.
camp greta raus mit dem rotz 12 25

Tipps für den Alltag

  • Frische Luft und häufiges Lüften: Das unterstützt den natürlichen Schleimfluss.
  • Kopf etwas höher lagern: Wenn Schleim im Hals beim Liegen zunimmt, kann ein etwas höher gelagerter Oberkörper helfen, den postnasalen Schleimabfluss zu reduzieren.
  • Gemäßigte Bewegung: Wenn Sie kein Fieber haben, tut Bewegung gut.
  • Ingwertee zum Gurgeln: Wer seinem Hals etwas Gutes tun möchte, kann Ingwertee gurgeln. Das Wurzelgewächs wirkt antibakteriell und beruhigt den Rachen.
  • Nicht rauchen: Tabakrauch schädigt die Flimmerhärchen und verschlimmert Schleimprobleme.

Wann Sie ärztliche Hilfe suchen sollten

Manchmal reichen Hausmittel nicht aus. In diesen Fällen sollten Sie ärztlichen Rat einholen:

  • Der Schleim im Hals hält länger als zwei Wochen an.
  • Sie haben Fieber oder fühlen sich sehr krank.
  • Der Schleim ist blutig verfärbt.
  • Sie haben Husten, der länger als acht Wochen andauert.
  • Sie bekommen schlecht Luft.

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Schleim im Hals – Sie können etwas tun

Schleim im Hals ist lästig, aber Sie sind nicht machtlos. Halten Sie Ihre Schleimhäute feucht, sorgen Sie für gute Luft und achten Sie auf Warnsignale. Besonders wenn Sie Asthma oder COPD haben, lohnt es sich, auch die oberen Atemwege im Blick zu behalten. Denn eine gesunde Nase bedeutet oft auch eine stabilere Lunge.

Quellen:
Prof. Viola Vogel: Mit Atemwegspflege das Infektionsrisiko senken. (Beitrag auf der Homepage der ETH Zürich vom 13.03.2020)
Lungenärzte im Netz: Einfaches Inhalieren kann Tröpfcheninfektion effektiv eindämmen.
Cegla (2025): Postnasal-Drip-Syndrom Online unter: https://www.cegla.de/wissen/postnasal-drip-syndrom abgerufen am 19.01.2026).
MedMedia (2023): Beratungsleitfaden: Infektion obere und untere Atemwege. Apotheker Krone. Online unter: https://www.medmedia.at/apotheker-krone/beratungsleitfaden-infektion-obere-und-untere-atemwege/ (abgerufen am 19.01.2026).
– Foto: stockfour / Shutterstock.com

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