Juttas Blog

Hier bloggt COPD-Patientin und Lungentrainerin Jutta. Ihr Leben von der Diagnose COPD bis hin zur Lungentrainerin ist voller praktischer Erfahrungen, die sie im Blog mit uns teilen möchte.

Risikofaktoren für die Lungengesundheit

Um unsere Atemwege vor schädlichen Einflüssen zu schützen, sollten wir Lungenpatienten häufige Auslöser und Symptomverstärker im Alltag (er-)kennen.

Mögliche Ursachen für vermehrte Atemwegsbeschwerden gibt es viele. Dabei sind die Auslöser den Betroffenen selber gar nicht immer bewusst. Oft handelt es sich nämlich um vermeintlich geringfügige oder harmlose Reize, die bei empfindlichen Atemwege allerdings sehr wohl Beschwerden herbeiführen können.

Häufige Auslöser von Atemwegsbeschwerden

Im Alltag geht es darum, diese Auslöser zu erkennen und wenn möglich weitestgehend zu vermeiden. Deshalb möchte ich hier mal einige mögliche Risikofaktoren auflisten:

1. Rauch (in allen Varianten)

Dass Tabakrauch der Lunge massiv schadet, ist nichts Neues (bitte auch ans Passiv-Rauchen denken!). Generell sollten wir das Einatmen von Rauch in all seinen Formen vermeiden. Das gilt z.B. für Rauch, der beim Grillen mit Holzkohle, im Kaminofen oder über einem offenen Feuer entsteht.

2. Feinstaub

Hohe Feinstaubwerte sind nicht nur, aber besonders für Lungenpatienten gefährlich. Vor allem in Stadtzentren mit viel Autoverkehr liegen die Emissionen häufig über den als verträglich geltenden Grenzwerten.

Quellen einer erhöhten Feinstaubemission sind aber nicht nur Straßen- und Flugverkehr - auch Kreuzfahrtschiffe, Kaminöfen, Laserdrucker und Kopierer sind für ihren erhöhten Ausstoß von Feinstaub bekannt. Zudem entstehen bei bestimmten industriellen Prozessen feine Stäube (z.B. in der Getreide- oder Textilverarbeitung).

3. Ungesundes Raumklima

Mit steigender Hitze sinken Feuchtigkeits- und Sauerstoffgehalt in unseren Wohnräumen. Das sollte man als Lungenpatient auf jeden Fall beachten, wenn man im Winter die Heizung hochfährt. Auch Schimmel in der Wohnung belastet die Atemwege und kann Infektionen verursachen.

Achten Sie also auf ein gesundes Raumklima (mit Temperaturen um die 20 Grad) und regelmäßiges Lüften, um Schimmelbildung zu vermeiden.

4. Allergien und Unverträglichkeiten

Eine Allergie kann jeden treffen – allergische Atemwegsbeschwerden und allgemeine Unverträglichkeiten entstehen oft erst im Erwachsenenalter. Häufig sind Allergien gegen Tierhaare oder –federn, Milben, Pollen oder gegen bestimmte Lebensmittel. Ich selbst kenne mehrere Fälle, in denen Bekannte plötzlich gegen ihr eigenes Haustier allergisch wurden.

5. Sprays, Chemikalien und starke Gerüche

Im Alltag nutzen wir viele Mittel in Form von zerstäubter Flüssigkeit. Dazu gehören z.B. Haarsprays, Deos, Parfüm und Reinigungsmittel. Durch das Zerstäuben gelangen die Tröpchen beim Einatmen in unsere Atemwege - ein Effekt, den sich die Medizin z.B. bei inhalativen Medikamenten zunutze macht. Chemische Inhaltsstoffe von Reinigungsmitteln und Pflegeprodukten haben in unserer Lunge jedoch nichts zu suchen!

Auch starke Gerüche durch Chemikalien wie sie in Farben, Lacken, Parfüm und aggressiven Reinigern enthalten sind, können unsere Atemwege irritieren.

Selbst beobachten: Was löst meine Atemwegsbeschwerden aus?

Jeder von uns reagiert anders auf bestimmte Reize. Was dem einen Beschwerden verursacht, kann für den anderen vollkommen harmlos sein. Zudem unterliegt unser eigener Körper im Lauf der Zeit starken Veränderungen. Mit zunehmendem Alter können also jederzeit neue Reize entstehen, die Beschwerden verursachen.

Ist das der Fall, müssen es also nicht immer die Medikamente sein, die plötzlich nicht mehr wirken oder Nebenwirkungen verursachen. Es ist daher immer sinnvoll, andere Auslöser in Betracht zu ziehen und sich auf die Suche nach möglichen Ursachen zu begeben, wenn Beschwerden auftreten. Im Gespräch mit dem Arzt sollten die angestellten Überlegungen dann unbedingt zur Sprache kommen!

Zurück

Kommentare:

Kommentar von Jutta |

Hallo Harald,

wenn Du viele Muskelkrämpfe hast, kann es durchaus von den Medikamenten kommen. In Hattingen wurde von einem Professor erklärt, dass es im Moment ca. 50 verschiedene Medikamente für unsere Erkrankung gibt. Sprich mit Deinem Pneumologen über diese Krämpfe und lass Dir was anderes verordnen. Es ist richtig auszuprobieren, was hilft und möglichst wenig negative Begleiterscheinungen hervorruft.

Du schreibst, dass du einen Sauerstoffkonzentrator hast. Ich hoffe, er wurde vom Arzt verordnet mit genauen Vorgaben (Anwendungsdauer, Flussraten in Ruhe, Belastung und Schlaf). Zu wenig ist ebenso ungünstig wie zu viel! Auch wenn man die Folgen nicht sofort bemerkt, so kann sich doch beides negativ auswirken! Da bitte ich jeden sehr sorgfältig darauf zu achten und sehr bewusst mit der Dosierung umzugehen.

Wenn Dir das Klima an der Nordsee gut bekommen ist, warum versuchst Du nicht eine Reha an der Nordsee von Deiner Krankenkasse verordnet zu bekommen. Ich bin mir eigentlich sicher, dass Dir das sehr gut tun würde und evtl. auch die Verbesserung dadurch einige Zeit anhalten könnte. Wie man einen solchen Antrag stellt, kann Dir Dein Haus- oder Facharzt sagen.

Du schreibst, Du möchtest kein Gefangener des Sauerstoffkonzentrators sein. Leider ist dies für einige von uns Realität und überlebenswichtig. Das Akzeptieren der Erkrankung (und auch der unangenehmen Begleiterscheinungen) ist ein wichtiger Prozess, ansonsten geht die Abwärtsspirale noch viel schneller nach unten.

Ich wünsche dir alles Gute!

Kommentar von Harald Kaufmann |

Hallo, an alle Mitglieder des Forums die an COPT leiden,
Bei mir wurde vor ca. 5 Jahren COPT in der Uni-Klinik Münster festgestellt. Ich hatte viele Jahre vorher Zigarrre oder Pfeife geraucht. In jungen Jahren Zigaretten. Das Rauchen hatte ich aber schon ca. 2 Jahre vor der Diagnose aufgegeben. Die Entwöhnung fiel mir noch nicht einmal schwer. Es ging und es ist wahrhaftig auch Kopfsache. Leider aber runde 40 Jahre zu spät. Als 68ziger leistete ich bis vor kurzem viel Garten- sowie Vorstandarbeitarbeit (im Kleingärtnerverein). Die frische Luft und sehr viel Bewegung (auch dann wenn es weh tut) tat mir bisher sehr gut. Dennoch verschlechterte sich mein Zustand in den letzten 6 Monaten spürbar. An gewissen Tagen, wenn das Wetter umschlägt, geht es mir oft sehr schlecht. Ich hänge an einem Sauerstoffkonzentrator. Aber der mobile Konzentrator hindert mich an vielen Aktivitäten, die ich vor allem bei der Gartenarbeit sehr spüre. Als Sprühmedikament wurde mirTrelegy Ellipta (3Kompenetenspräh Kortisonhaltig mit 30Tage Dosierung), verschrieben. Auch nutze ich ein Bedarfsspray, was meine Atemnot lindern soll. Ich habe aber leider den Eindruck, dass mir diese Medikamente an bestimmten Tagen wenig oder keine Linderung verschaffen. Ich gebe bei Probleme nicht so schnell auf, aber so langsam schwinden meine Kräfte. Zur Nacht leide ich an Einschlafstörungen und oft bekomme ich sehr schmerzhafte Muskelkrämpfe. Ich habe keine Ahnung, ob dieses im Zusammenhang mit den Medikamente steht, zudem ich auch Herzmedikamente auf Grund einer Koronarerkrankung (2 überstandene Herzinfarkte) einnehmen muss. Alle halbe Jahre gehe ich zum Lungenfacharzt. Aber nach seinen Aussagen, sind meine Werte stabil, aber nicht gut. Was soll ich tun? Ich bin ziemlich ratlos. Die Ernährung stimmt, aber vom Gewicht nehme ich trotz allem ab, statt zu. Ein Kurzwochenende letztes Jahr verbrachte ich mit meiner Frau ein paar Tage am Nordseestrand. Die salzhaltige Luft in Ostfriesland tat mir recht gut. Gibt es entsprechende Inhalliermedikamente (die vielleicht Erleichterung versprechen, denn ich kann mir nun beim besten Willen nicht am laufendem Band Urlaub an der Nordsee verschaffen? Und ein 16stündiger Gefangener meines Sauerstoffkonzentrators möchte ich auf Dauer auch nicht sein.
Liebe Grüße sendet Euch Harald Kaufmann

Kommentar von franz |

...habe copd 4 seit 11 jahren, bei diagnose sofort mit nikotinentwöhnungspflaster aufgehört zu rauchen. habe über die jahre verschiedene medikamente bekommen zuletzt spiriva 202. habe nun von meiner lufa-ärztin auf eigenen wunsch trimbow bekommen. nehme morgens einen sprühstoss. die zuzätzliche luftnot die ich bei körperliche anstrengung bekam habe ich mit salbu-hexal behandelt, dank trimbow ist das nun weg, ich habe auch keine neben wirkungen. ich kann mir nur wünschen das dieser zustand noch lange anhält... m.f.g. franz

Kommentar von Klaus |

Hallo Ihr Lieben, manchmal denke ich, wir sind hier in einen Nichtraucher-Forum. Aber ich weiß ja selber wie schwer das mit dem Aufhören ist. Ich sag immer,es muß im Kopf klick machen-man muß DAS RAUCHEN mit der Krankheit COPD vergleichen und sich fragen-will ich RAUCHEN oder LÄNGER LEBEN..!? Ach ja Jutta, ich bin jetzt eine Woche in der Reha und es tut mir richtig gut. Nach der langen Klinik-Zeit mit Intensiv-Koma etc.-endlich mal etwas positives! Wenn das mit der Blut-Krankheit vorbei ist (?) habe ich doch noch Hoffnung, das man in der Ruhrlandklinik eine Lungenvolumenreduzierung vornehmen kann-und laut Chefarzt der Reha-kann ich dann sogar direkt wieder zur Reha,so genannte Anschlussreha. Ich versuche jedenfalls stark zu sein!? Grüße alle Betroffenen ganz lieb und wünsche gute Luft.. Klaus

Kommentar von helga |

hallo karin,du bist mir ja die beste,das war selbstverständlich auch dein verdienst,immerhin steckst du sie dir an.finde ich auch toll,das du deinem mann kein trabbel machst,macht sowiso nur die bezihung kaputt.meistens sind ja die ex raucher am schlimsten.habe gearbeitet bis 18 uhr,habe deshalb so spät geantwortet.sei herzlichst gegrüßt für heute

Kommentar von Karin |

Hallo Helga, danke für Deine lieben Worte.
Wie gesagt, das macht mir jetzt gar nichts aus mit dem Rauchen. Mein Mann raucht noch, zwar nicht so viel wie ich geraucht habe, er dreht, aber es macht mir überhaupt nichts aus.
Die Kinder sind wirklich stolz das ich es geschafft habe, aber ich denke das war nicht mein Verdienst. Aber egal wie, es hat geklappt. LG Karin

Kommentar von helga |

hallo karin,tausend dank für den hoffentlich tollen tipp.muss nur noch jemanden finden der das praktiziert.ehrlich gesagt bin ich davon ausgegangen das du nicht soviel geraucht hast und es deshalb geklappt hat.na ja,so kann man sich teuschen.um so mehr muss ich sagen hut ab,wenn ich deine tochter wäre,wäre ich stolz auf dich.es gibt nichts schöneres wie der zusammenhalt einer familie.bist du seit dem konstand gut drauf?oder hast du auch schlechter zeiten?v.l.g.

Kommentar von Karin |

Hallo Helga, ja ich hab die Diagnose Ende 2015 erhalten und bin im März 2016 zur Heilpraktikerin. Ich hab gewusst dass ich
aufhören muss, hab's aber nicht gepackt
Ich hab mir ich keine grosse Hoffnung
gemacht,bin aber den Kindern zuliebe
mitgegangen, weil sie es mir geschenkt haben und weil sie mich immer genervt haben. Ich hab die Adresse zwei Bekannten weitergegeben und bei beiden hat es geklappt. Vielleicht bei Dir auch?
Wäre super. Liebe Grüße Karin

Kommentar von helga |

hallo karin!
hast du die 30 zigaretten noch nach der diagnose geraucht?brauchst dich nicht schämen,das geht vielen so,nur die meisten reden nicht darüber.teilweise habe ich bis zu 40 zig.geraucht ,stressrauchen,noch private probleme,danach habe ich reduziert auf 20.jetzt darf ich natürlich keine mehr rauchen,schaffe es aber im momment auch nicht.abwarten,mein verstand sagt jeden tag nein .wenn ich dan morgens den kaffee riche,gibt es kein halten mehr,da sind alle guten vorsätze vorbei.tausend dank für deine antwort.

Kommentar von Karin |

Hallo Helga, bei mir wurde COPD + Lungenemphysem
Ende 2015 festgestellt und ich schäme mich etwas, ich habe am Tag ca. 30 Zigaretten geraucht.
Habe mit meinem Hausarzt gesprochen, der hat gesagt, Hauptsache aufhören egal wie. Liebe Grüße Karin

Kommentar schreiben:

Hier haben Sie die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen und/oder eine Frage zu stellen. Bitte beachten Sie dabei unsere Richtlinien für Kommentare.