Asthma & COPD: Vitamin D schützt vor Krankheitsschüben

Viele Patienten mit Asthma und COPD profitieren von einer Erhöhung der Vitamin D-Zufuhr. Ob Sie dazugehören, finden Sie ganz einfach heraus.

Lebensmittel mit Vitamin D

Unter allen Vitaminen nimmt das Sonnenvitamin eine gewisse Sonderstellung ein. Denn mithilfe der Sonnenstrahlung ist unser Körper selbst in der Lage, Vitamin D zu bilden. Das passiert, wenn die UV-Strahlen der Sonne direkt auf unsere Haut treffen.

Im Winter ist die Intensität der Strahlung jedoch kaum ausreichend, um den täglichen Vitamin D-Bedarf zu decken. Eine Unterversorgung in den Monaten von Oktober bis März ist deshalb - besonders bei älteren und chronisch kranken Menschen - hierzulande nicht selten.

Wer profitiert von einer Vitamin D-Zufuhr?

Studien zufolge spielt Vitamin D eine wichtige Rolle bei der Vermeidung von Krankheitsschüben (Exazerbationen). Diese werden meist durch akute Atemwegsinfektionen ausgelöst und verschlechtern die Prognose der Betroffenen deutlich.

Vitamin D bei COPD

Nicht allen COPD-Patienten hilft eine erhöhte Vitamin D-Zufuhr gleichermaßen. Eine aktuelle Auswertung mehrerer Studien ergab, dass der Nutzen eng an den VitaminD-Spiegel im Blutserum geknüpft ist:

  • Bei Patienten mit einem Vitamin D-Spiegel unter 25 Nanomol/Liter ließ sich die Exazerbationsrate nahezu halbieren.
  • Bei Patienten mit einem Vitamin D-Spiegel über 25 Nanomol/Liter konnten die Forscher keinen Nutzen feststellen.

Ob bei Ihnen eine Unterversorgung mit Vitamin D vorliegt, können Sie mithilfe einer einfachen Blutuntersuchung durch Ihren Hausarzt herausfinden. Studien zufolge sind mehr als 50 Prozent der Patienten in den fortgeschrittenen COPD-Stadien betroffen – vor allem bei älteren Patienten mit einer zusätzlichen koronaren Herzerkrankung liegt ein erhöhtes Risiko vor.

Vitamin D bei Asthma

Auch für Asthma-Patienten ergab die Auswertung mehrerer Studien einen Nutzen der erhöhten Vitamin D-Zufuhr.

Die Forscher fanden heraus, dass die Studienteilnehmer, die zusätzlich Vitamin D nahmen,

  • im Vergleich zu einer Placebo-Gruppe 37 Prozent weniger schwere Asthmaattacken hatten.
  • seltener aufgrund von asthmatischen Beschwerden notärztlich behandelt werden mussten. Die Quote halbierte sich von sechs auf drei Prozent.

Unklar blieb dabei allerdings, ob die Vitamin D-Zufuhr nur bei Asthma-Patienten mit einem nachgewiesenen Vitamin-D-Mangel oder bei allen Patienten wirkt.

So wirken Sie einem Vitamin D-Mangel entgegen

Die Studien zeigen, dass Asthma- und COPD-Patienten von einer erhöhten Vitamin D-Zufuhr grundsätzlich profitieren können. Was können Sie tun?

  1. In den warmen Monaten können Sie Ihr Depot über das Sonnenlicht auffüllen. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung zufolge reicht es in Deutschland von April bis September aus, Gesicht, Hände und Teile von Armen und Beinen 5 bis 25 Minuten pro Tag der Sonne auszusetzen.
  2. Über die Nahrung können Sie bis zu 20 Prozent des täglichen Vitamin-D-Bedarfs decken. Zur Vitamin D-Versorgung tragen vor allem bestimmte fettreiche Lebensmittel bei, wie zum Beispiel Hering, Makrele, Lachs, Thunfisch, Rotbarsch, Leber, Eigelb, Butter, Sahne und Margarine sowie auch Champignons, Steinpilze und Pfifferlinge.
  3. Klären Sie mit Ihrem Hausarzt ab, ob bei ihnen eine Unterversorgung vorliegt und Sie zusätzlich Präparate zur Nahrungsergänzung benötigen. Aber Vorsicht: Eine Überdosierung kann zu einem ungesunden Anstieg der Kalziumkonzentration im Blut führen. Hoch dosierte Präparate mit mehr als 2000 IU (Internationalen Einheiten) sind also nicht zu empfehlen.
Quellen

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