Lungenvolumenreduktion durch Lungenventile

Lungenventile, die eine Lungenvolumenreduktion herbeiführen, verbessern die Luftzufuhr bei schwergradiger COPD. Welche Patienten können profitieren?

Lungenvolumenreduktion mit Lungenventilen

Was bringt eine Lungenvolumenreduktion bei COPD?

Eine Lungenvolumenreduktion durch Lungenventile kann bei COPD helfen, weil die Patienten der chronischen Erkrankung oft unter einer Lungenüberblähung leiden. Wie kommt es dazu?

Bei COPD-Patienten mit Lungenemphysem führt die chronische Entzündung der kleinsten Atemwege - den Lungenbläschen - zu einem gestörten Gasaustausch. Das Problem: Die Patienten können die eingeatmete Luft nicht mehr richtig abatmen, d.h. es kommt mehr Luft in die Lunge hinein als hinaus. Die Folge: Die Lunge wird immer größer und es kommt zu einer Überblähung der Lunge.

Einem Teil der Betroffenen hilft eine Verkleinerung des Lungenvolumens durch den Einsatz von Lungenventilen. Sie können die Lungenüberblähung wesentlich reduzieren und somit eine deutlich spürbare Linderung der Atemnot sowie eine messbare Verbesserung der Lungenfunktion bewirken.

Wie funktionieren Lungenventile?

Bei einer Lungenvolumenreduktion werden durch endoskopische Eingriffe sogenannte Lungenventile in die Atemwege der überblähten Bereiche eingesetzt. Diese Lungenventile verschließen sich beim Einatmen, um sich beim Ausatmen wieder zu öffnen. So kann keine neue Luft in die überblähten Bereiche einströmen und die alte Luft entweicht langsam.

Die 4 bis 7 Millimeter großen Lungenventile werden unter Vollnarkose mithilfe eines Endoskops, das über die Nase in die Atemwege eingeführt wird, eingesetzt. Über eine in das Endoskop integrierte Kamera kann der operierende Arzt auf einem Bildschirm alles mitverfolgen und die Lungenventile genau platzieren.

Durch den Einsatz der Lungenventile wird das Lungenvolumen reduziert und die gesunden Lungenteile können wieder ungestört arbeiten. Das führt dazu, dass die Patienten wieder leichter atmen können.

Welche COPD-Patienten profitieren von Lungenventilen?

Nicht alle Emphysempatienten profitieren in gleicher Weise von einer Lungenvolumenreduktion durch Lungenventile. Bei realtiv fitten Patienten mit einem FEV1-Wert von über 50 % ist zum Beispiel keine Verbesserung zu erwarten. Ungeeignet sind zudem Patienten mit häufgen Infektionen und viel Auswurf. Auch aktives Zigarettenrauchen stellt ein Ausschlusskriterium dar.

Zudem bedarf es einer guten Voruntersuchung, um festzustellen, ob der Einsatz von Lungenventilen im Einzelfall sinnvoll ist. Dabei spielen vor allem die Verteilung der überblähten Lungenbereiche und die sogenannte kollaterale Ventilation eine Rolle:

Verteilung des Emphysems

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer gleichmäßigen (homogenen) und einer ungleichmäßigen (heterogenen) Verteilung der überblähten Lungenteile. Je stärker der Grad der heterogenen Verteilung ist, desto besser ist der Effekt der eingesetzten Lungenventile; bei einer weitestgehend homogenen Verteilung sind die Ventile kaum oder gar nicht wirksam.

Kollaterale Ventilation

Die kollaterale Ventilation bezeichnet ein Phänomen, dass bei manchen Menschen auftritt. Bei ihnen wird die Lunge über die Grenzen der einzelnen Lungenlappen über Querverbindungen belüftet, so dass die Luft quer durch die gesamte Luft fließen kann. Sind solche Querverbindungen bei einem Patienten vorhanden, kann mithilfe von Lungenventilen kein Erfolg erzielt werden.

Alternative Verfahren der Lungenvolumenreduktion

Es gibt eine Reihe von weiteren endoskopischen Verfahren, die für bestimmte Patientengruppen (auch unabhängig von kollateraler Ventilation) eine Volumenreduktion herbeiführen können:

  • der endoskopische Einsatz von Spiralen (Coils)
  • die Applikation von Heißdampf zur Schrumpfung von Lungengewebe
  • die Applikationen eines speziellen Gelschaums

Hier finden Sie eine Übersicht aller Verfahren der bronchoskopischen Lungenvolumenreduktion.

An wen wende ich mich?

Generell muss betont werden, dass sich die hier vorgestellten Methoden noch am Anfang ihrer Entwicklung befinden und optimalerweise in Fachzentren mit entsprechender Ausstattung und speziellem Know-How durchgeführt werden sollten. Eine Lungenvolumenreduktion kann nur dann langfristige Erfolge erzielen, wenn sie in ein Behandlungskonzept eingebettet ist und durch weitere Maßnahmen wie z.B. Lungensport ergänzt wird.

Ansprechpartner für Sie als Patient sind Ihr Lungenfacharzt oder Fachzentren für die Emphysembehandlung.

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