Schmerzen gehören für viele COPD-Patienten zum Alltag

Obwohl Schmerzen bei COPD alltäglich sind, denkt kaum einer an sie – um welche Schmerzen es sich handelt und wie Betroffene mit ihnen umgehen können.
 | 12.02.2019

Mit COPD verbinden Betroffene und Behandler vor allem die AHA-Symptome Atemnot, Husten und Auswurf. An Schmerzen denkt kaum einer – obwohl etwa die Hälfte aller COPD-Patienten unter ihnen leidet. Höchste Zeit, dieses Problem genauer unter die Lupe zu nehmen.

COPD und Schmerzen

Wie häufig?

Üblicherweise werden COPD-Patienten im Praxis- und Klinikalltag nicht nach Schmerzen gefragt. Das ist erstaunlich, denn in den bekanntesten Studien zum Thema berichten 32 bis 82 Prozent der COPD-Patienten über mittlere oder sogar starke Schmerzen. Damit liegen sie gleichauf mit Herzkranken, die allerdings regelmäßig nach ihren Schmerzen gefragt werden.

Wo genau empfinden COPD-Patienten ihre Schmerzen?

Am häufigsten beschreiben sie Schmerzen im Brustbereich und im Rücken:

  1. Bei den Rückenschmerzen überwiegen offenbar die Schmerzen im unteren Rückenbereich gegenüber Schulter- und Nackenschmerzen. Eine nicht geringe Zahl von COPD-Patienten leidet unter Kopfschmerzen oder Schmerzen in den Beinen.
  2. Die Schmerzen im Brustbereich werden meist als drückender, einengender Schmerz beschrieben. Schmerzen mit anderen Lokalisationen sind eher ziehend oder brennend.

Wie intensiv sind die Schmerzen?

Auf die Frage nach der Schmerzintensität berichten COPD-Patienten von mittleren bis starken Schmerzen.

Dieser knappe Faktencheck macht bereits klar: Das Thema „Schmerzen bei COPD“ ist alles andere als leichte Kost. Doch der Mut zur Auseinandersetzung mit den Hintergründen wird belohnt…

Schmerzursachen bei COPD – ein noch ungelöstes Puzzle

In der Fachliteratur werden viele mögliche Ursachen für die Schmerzen bei COPD diskutiert. Weil an dieser Stelle der Umgang mit der Krankheit und der Alltag von COPD-Patienten im Vordergrund stehen sollen, konzentrieren wir uns auf die wichtigsten möglichen Schmerzursachen.

Schmerzursachen

Ursachen für Schmerzen allgemein bei COPD:

  • Systemische Entzündungsreaktion
  • Psychische Belastung

Ursachen für Brustschmerzen bei COPD:

  • Akute Exazerbation (Notfall)
  • Pneumothorax (Notfall)
  • Muskelschmerzen durch schweres Husten, Atemanstrengung
  • Thoraxverformungen
  • Reflux von Magensäure (GERD)

Ursachen für Rückenschmerzen bei COPD:

  • Osteoporose
  • Übergewicht
  • Muskelschmerzen durch Atemanstrengung

Ursachen für Schulter- und Nackenschmerzen bei COPD:

  • Muskelschmerzen durch vermehrte Beanspruchung der Atemhilfsmuskulatur
  • Muskelverspannung durch Angst, Depression

Ursachen für Kopfschmerzen bei COPD:

  • Hypoxämie (Sauerstoffmangel im Blut)
  • Spannungskopfschmerz durch Streß, Angst, Depression

Ursachen für Beinschmerzen bei COPD:

  • „Unruhige Beine“ (Restless Legs Syndrome)
  • Übergewicht

Einflussfaktoren: Geschlecht, Psyche und Lebensstil

Die meisten Studien zu Schmerzen bei COPD berichten folgende allgemeine Ergebnisse:

  1. Schmerzen sind bei COPD-Patientinnen häufiger und stärker als bei COPD-Patienten.
    Erklärungsmodell: neuroimmunologische, hormonelle, genetische und psychische Faktoren
  2. Schmerzen sind bei COPD-Patienten mit Angst oder Depression häufiger und stärker als bei Patienten ohne diese psychischen Störungen.
    Erklärungsmodell: gemeinsame neuronale Verarbeitungswege von Angst, Atemnot und Schmerz
  3. Schmerzen sind häufiger und stärker bei COPD-Patienten mit niedrigerem Einkommen, mit aktivem Raucherstatus, mit Bewegungsmangel.
    Erklärungsmodell: Zusammenhang zwischen sozioökonomischen Fakten, Rauchen und körperlicher Aktivität.

Das sind immerhin einige Erkenntnisse mit wichtigen Ansatzpunkten für die Praxis. Einzelheiten dazu finden Sie im praktischen Teil dieses Beitrages.

Wechselwirkungen mit typischen Krankheitsfaktoren

Welche Wechselwirkungen zeigen sich beim Thema Schmerzen und COPD? Auf diese Frage gibt es keine einfachen Antworten. Am ehesten wirken sich die folgenden Krankheitsfaktoren einer COPD ungünstig auf das Schmerzempfinden der Betroffenen aus – und umgekehrt:

  • COPD-Symptome: Atemnot und Husten
  • Psychische Faktoren: Angst und Depression
  • Folgekrankheiten (v. a. Osteoporose)
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Lebensstil: Bewegungsmangel und Rauchen
Schmerzen bei COPD

Eine zentrale Bedeutung spielt offenbar der Faktor „Bewegung“. Wie Atemnot, so führen auch Schmerzen zu einem Teufelskreis aus Vermeidungsverhalten, Bewegungsmangel und Schmerzverstärkung.

Wie bei Atemnot, so helfen auch hier psychopneumologische Interventionen beim Ausstieg aus dem Teufelskreis. Im Grunde kann man an jeder Stelle aussteigen. Am besten gelingt das über Bereitschaft (Akzeptanz) – dosierte Belastung – Schmerzlinderung.

„Puzzle-Teile“ für den Umgang mit Schmerzen

Auf das ungelöste Puzzle der Schmerzursachen und das Geflecht der wechselseitigen Auswirkungen antwortet dieser Beitrag im praktischen Teil mit therapeutischen „Puzzle-Teilen“ (siehe unten: „Merkzettel für die Kühlschranktür“)!

Das erste Puzzle-Teil ist dabei das wichtigste: Sprechen Sie als COPD-Patient/in Ihre Behandler aktiv auf Ihre Schmerzen an, falls Sie nicht danach gefragt werden. Es ist ein wichtiges Thema, denn Schmerzen bei COPD beeinflussen wesentlich die Lebensqualität – das haben Sie spätestens durch diesen Beitrag erfahren!

Zudem gibt es weitere hilfreiche Bausteine für den Umgang mit Schmerzen (anklicken und mehr erfahren):

LungensportAtemtherapieHustentechniken
RauchentwöhnungOsteoporose-VorbeugungPneumologische Rehabilitation
Umgang mit AtemnotUmgang mit ÄngstenUmgang mit Depression

Stellen Sie sich aus den Angeboten Ihr ganz persönliches „Hilfe-Puzzle“ zusammen. Dabei unterstützt Sie der „Merkzettel für die Kühlschranktür“.

Merkzettel für die Kühlschranktür

Der „Merkzettel für die Kühlschranktür“ ist diesmal eine Vorlage für Ihr persönliches „Hilfe-Puzzle“ gegen Schmerzen bei COPD.

Hilfe-Puzzle gegen Schmerzen bei COPD

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33 Kommentare
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Hösl
11 Monate zuvor

Ich habe seit 1o Jahren COPD seit 3Jahren Gold 4,vor einer Woche hörte das pfeifen beim Ein und Ausatmen nicht mehr auf, meine Ärztin hat mir eine Cortison Therapie von 4 Tagen geschrieben hat leider nicht geholfen seit heute nehme ich für drei Tage ein Antibiotika hoffe mal es hilft, mein Sauerstoff Gehalt egt zwischen 89-94 was ich schlimm finde ist das brennen im Rücken.

Sylvia
1 Jahr zuvor

Guten Morgen, sicher muss jeder selber rausfinden warum und weshalb es einem nicht gut geht.Und dann denke ich spielt das Alter auch eine große Rolle ich selbst bin 57 Jahre und um so älter ich werde desso schlechter bekomme ich Luft.viele Sachen die ich noch vor drei /vier Jahren gemacht habe brauchen jetzt Zeit. Drei mal schnell ins dorf ist nicht mehr alles wird gut überlegt nie einfach drauf los. Man stellt viele Sachen um. Aber ganz wichtig ist es darüber zu schreiben und zu reden deswegen ein Dankeschön für diese Seite der Austausch ist wichtig!!! Euch allen einen schönen Tag bleibt gesund und genießt eure Zeit!

Duske
1 Jahr zuvor

Hallo, wenn ich Ihre Vermutungen über Schmerzen bei Copd lese, macht mich das doch etwas traurig. Ich habe Copd Gold III D. Trotzdem laufe ich täglich 5 bis 10 Kilometer, gehe schwimmen und arbeite voll. Ja, ich habe Schmerzen…Aber die Ursache dafür liegt weder in Depressionen noch in Übergewicht oder oder oder, sondern meiner Überzeugung nach in der mangelnden Aufnahmefähigkeit des Körpers von z.B. Vitamin C, B Vitaminen und z.B. Magnesium.
Der Körper neigt zur Überblähung und Übersäuerung, egal wie gesund ich mich ernähre. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier noch grosser Untersuchungsbedarf besteht. Richtig gemein ist natürkich, dass man selbst herausfinden muss, was die Ursache der verschiedenen Schmerzen ist, um sich zu helfen.

Monika Tempel
1 Jahr zuvor

@ Sylvia w.
Liebe Sylvia w., am 8. September um 16.00 Uhr drücke sicher nicht nur ich Ihnen die Daumen! Ich wünsche Ihnen ein gutes Arztgespräch und eine hilfreiche Behandlung.

An alle Kommentatoren,
an dieser Stelle danke ich allen, die in diesem Forum mit Ihren Erfahrungsberichten und Hinweisen zum Thema „Schmerzen bei COPD“ den Austausch bereichern. Leider kann nicht auf jeden Eintrag eine Antwort erfolgen – das übersteigt die Möglichkeiten dieser Kommunikationsform!
Ich freue mich aber, daß der Austausch untereinander offensichtlich immer mal wieder so manchen „heißen Tip“ liefert…

Mit herzlichen Grüßen und guten Wünschen an alle,
Ihre Monika Tempel

Sylvia w.
1 Jahr zuvor

Guten Abend, habe mir das sehr zu Herzen genommen und meinen Arzt dr.Angerer angerufen, nächste Woche Donnerstag habe ich einen Termin um 16 Uhr. Haltet mir mal die Daumen . Ich wünsche euch viele schöne Tage

Monika Tempel
1 Jahr zuvor

Kurze Rückmeldung @ Sylvia w.:
Bei starken akuten Beschwerden bitte Hausarzt bzw. Facharzt aufsuchen! Das gilt für alle Betroffenen.
Ich wünsche Ihnen, liebe Sylvia w., und allen anderen Betroffenen hier im Forum gute Besserung.
Ihre Monika Tempel

Sylvia w.
1 Jahr zuvor

Hallo vor einem Jahr ist bei mir COPD festgestellt wurden. Seid ca.8 Wochen habe ich in dem linken Lungenflugel Schmerzen. Es ist sehr schlecht zu erklären. ( Sodbrennen in der Lunge) es brennt und schmerzt so stark das ich kalten Schweiß im Gesicht habe und davon wach werde . Was kann ich machen?

Angelika semelka
1 Jahr zuvor

Am besten wirken Novalgin Tropfen. Machen ein bisschen gaga aber es hilft

Angelika semelka
1 Jahr zuvor

Hallo zusammen. Habe die Kommentare gelesen.habe auch cood,lungenemphysem, und allergisches asthma. Ich merke das es von Monat zu Monat schlechter wird. Treppensteigen dauert bis zu 10 Minuten. Haare waschen nur nach notspray. Einkaufen ist eine Qual. Hatte auch Schmerzen im oberen und unteren Rückenbreich
Beim röntgen stellte man fest das einige wirbel gebrochen sind. Kann man nichts machen. Tierische Schmerzen. Nehmt ein Wärmepumpen oder Wärmflasche. Die Schmerzen können bis zu 3 oder 4 Wochen anhalten. Dann geht es besser.
Meinte wärmekissen. Freue mich wenn jemand antwortet

anna
1 Jahr zuvor

Habe seit März 2020 COPD und möchte fragen ob zwischen 1-2 stadium kann geverlich sein.

Bine
1 Jahr zuvor

Hallo,
bin total verunsichert. Habe COPD, aber jedoch auch Spondylose in der Brustwirbelsäule. Nach einer Erkältung im Frühjahr geht es mir immer noch schlecht.
Lungenarzt schickte mich zum Röntgen. Röntgen sagt: Lungenemphysem. Hausarzt sagt, dass sei nicht so gut und denkt an Reha. Antrag geht jetzt raus, aber Wartezeit bis zu 5 Monaten. Kontakt zum Lungenarzt: Er sagt, er sieht das nicht so, da aufgrund eines einfachen Röntgen kein Lungenemphysem festgestellt werden kann. Ich habe so schlimme Schmerzen im Brustwirbelbereich, die kaum auszuhalten sind. Die habe ich aber schon 3 Jahre. Zwar nicht so stark wie jetzt. Aber in diesen 3 Jahren wurde zweimal Lungen-CT gemacht, da war alles unfauffällig und es wurde als Nebendiagnose die Spondylose festgestellt. Kennt das jemand? Vielen Dank!

Samuel
1 Jahr zuvor

Hallo Kay,

wie geht es dir jetzt? Die dauerhafte Verschleimung wird leider nicht weniger. Es ist furchtbar. Ich fühle mich richtig schlecht. Gute Lungenfunktion, CT Aufnahmen unauffällig, Medikamente helfen nicht gegen die Verschleimung. Leider!

Annemarie Geßner
3 Monate zuvor
Reply to  Samuel

Hallo Kay,
gegen deine Verschleimung kann ich dir Thymian empfehlen. Ich nehme schon am Morgen immer eine Kapsel und trinke je nach bedarf, entweder reinen oder mit Thymian gemischten Tee. Thymian entkrampft die Bronchien und löst den Schleim.
Gruß

Hildegard
1 Jahr zuvor

Hallo, hatte fast ein halbes Jahr einen Infekt mit starken Husten. Bis zum Muskelfaserriss im Unterbauch. War total schlapp und erschöpft, mein Lungenfacharzt stellte keine Veränderung der FEV Werte fest und Sprach von einem Infekt der oberen Luftwege. Beim HNO Arzt keine Ursache zu finden. Was war das? Eine Exacerbation lehnt mein Arzt ab. Nach 1.Woche Antibiotika war wieder alles in Ordnung. Kann es mir jemand erklären? Habe Angst das wieder so etwas auftritt, was kann ich tun.

Samuel
1 Jahr zuvor

Hallo Kay, wie sieht’s aus? Hatte letzte Woche eine CT Untersuchung- unauffällig. Lufutest FEV1 immer noch über 100 (seit 2 Jahren unverändert) kein Atemnot, kein Husten, aber dauerhaft verschleimt, copd ähnlich. Keine Diagnose. Ich bin am Ende mit meinem Latein. Freundliche Grüße

Hanne Rick
1 Jahr zuvor

Hallo, gibt es in Euskirchen eine COPD Selbsthilfegruppe ? Dankeschön für die Antwort.

Sonja
1 Jahr zuvor

Hallo Liebe copd Gemeinde. …ich habe seit 10 Jahren diese Krankheit inclusiv lungenemphysem und Asthma seit einiger Zeit habe ich beim husten Stärke schmerzen im linken halsbereich ähnlich einer mandelentzündung……ich habe Angst vor krampfadern im hals mein Papa ist mit einem blutsturz n dieser scheisse verblutet.
Hat jemand vll ähnliche Symptome. ..???
LG Sonja

Heidemarie Thomann
1 Jahr zuvor

Hallo guten Tag , ich habe auch COPD 4 im Entstadium und habe auch sehr starke Schmerzen im Rücken und ich bekomme für die Lunge Daxas250mg Tabletten sowie Trimbow und Salbutamol Spray .Ich bin normal 24 Stunden am Tag auf Sauerstoff an gewiesen ,denn bei der kleinsten Anstrengung bekomme ich keine Luft mehr .Da ich sehr oft immer eine schwere Lungenentzündung bekomme muss ich Antibiotika und hoch dosiert Cortison nehmen .Sonst geht Garnichts mehr .Ich habe gelernt mit der Krankheit um zu gehen und Diese akzeptiert und das es dafür keine Hilfe mehr gibt .Die Krankheit ist durch schweres Asthma das ich von Kleinkind an schon hatte gekommen und ich freue mich über jeden Tag wo ich noch wach werde .

Anjés Wessling
1 Jahr zuvor

Ich habe COPD und lungenemphesem seid circa drei Wochen starke Schmerzen in Nacken schulterbereich unteren rückenbereich und Handgelenke! Welche entzündungs hemmende Schmerzmittel kann ich nehmen? Die übliche wie IBU oder Diclofenac Vertrag ich nicht bekomme Dan noch schlechter Luft. Danke schon mal für eure Antwort.

Kurt Ehmert
1 Jahr zuvor

Hallo, Habe eine Frage. Vor ca. 4 Jahren wurde bei mir COPD festgestellt, seit 14 Tagen
habe ich Rückenschmerzen nur beim Husten im oberen Rücken biss zur Schulter.
Und Nachts beim Schlafen ein leichtes Ziehen in Seitenlage ?
Ursache COPD ??

Kurzweil
1 Jahr zuvor

Habe schlimme Rückenschmerzen …..Welche Tabletten oder Tropfen?

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