Depression bei COPD

Etwa 40% der COPD Patienten leiden unter depressiven Zuständen. Depressionen verschlechtern nicht nur die Lebenserwartung, sondern wirken sich auch negativ auf die Lebensqualität der Betroffenen aus. Eine psychotherapeutische Behandlung sollte deshalb ein fester Bestandteil der COPD Therapie sein!

 
Übersicht:

 

COPD DepressionZusammenhang von COPD, Depression und Lebensqualität

In den letzten Jahren haben zahlreiche Studien übereinstimmend belegt, dass Symptome von Angst und Depression bei COPD Patienten gehäuft auftreten. Übereinstimmung besteht auch darin, dass die Depressionen der Lungenpatienten einhergehen mit einer geringeren krankheitsspezifischen Lebensqualität, längeren und häufigeren Krankenhausaufenthalten und mit einer erhöhten Sterblichkeitsrate.

Besonders überrascht der Befund, dass im Hinblick auf das Wohlbefinden der Patienten die psychologischen Variablen Angst und Depressivität einen viel größere Rolle spielen als der jeweilige Schweregrad der COPD.

 

Wie kommt es zu einer Depression bei COPD?

Eine COPD Erkrankung ist mit erheblichen Einschnitten ins Alltagsleben verbunden. Diese Einschnitte stellen sich aufgrund des zunächst schleichenden Verlaufs der Lungenkrankheit meist nicht plötzlich ein, sondern erstrecken sich über mehrere Jahre.

So kommt es am Anfang oft zur schrittweisen Einstellung sportlicher und körperlicher Aktivitäten. 10 bis 15 Jahre später ist die körperliche Leistungsfähigkeit meist soweit reduziert, dass die Patienten Atemnot bekommen, wenn sie eine Treppe hochgehen. Das führt im Alltag dazu, dass Beruf, Freizeitaktivitäten und Haushaltspflichten zunehmend erschwert sind oder gar unmöglich werden. Die Patienten müssen das Rauchen aufgeben und verrauchte Räume sowie größere Menschenansammlungen aufgrund der Infektgefahr meiden.

Außerdem wird ein COPD Patient unter Umständen krankheitsbedingt Frührentner und muss dadurch finanzielle Einbußen hinnehmen.

 

Medizinische und psychotherapeutische Behandlung hilft 

Wer mit solchen Problemen zu kämpfen hat, befindet sich schnell in einer unaufhaltsamen Abwärtsspirale, an deren Ende der Verlust jeglichen Lebensmutes stehen kann. Sich aus einer solchen Situation selbst zu befreien, schaffen erfahrungsgemäß die wenigsten. Die Depression ist letztlich auch kein vorübergehender Zustand, der sich mit ein bisschen Anstrengung überwinden ließe, sie ist eine ernstzunehmende Krankheit, die auch als solche behandelt werden muss.

Gerade wenn es um darum geht, das Fortschreiten der COPD zu bekämpfen, ist eine Überwindung der Depression von großer Bedeutung. Dies kann einerseits durch eine Psychotherapie geschehen, sollte aber andererseits auch durch den Einsatz von Medikamenten ergänzt werden. So machen sogenannte stimmungsaufhellende Antidepressiva viele Patienten für andere Therapieformen erst zugänglich, stellen jedoch keinen Ersatz für diese dar.

 

Chancen für eine Erhöhung der Lebensqualität 

Angesichts des Zusammenhangs von Lebensqualität und psychischen Faktoren wie Angst und Depressivität, liegen im Bereich der psychotherapeutischen Behandlung große Chancen für eine Besserung der allgemeinen Befindlichkeit der Patienten. Ziel ist die Rückgewinnung des Lebensmutes durch die Erarbeitung einer neuen Perspektive – auch und gerade mit der COPD!

 

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