Was genau sind Long-COVID und Post-COVID?

Die Corona-Infektion ist längst überstanden – aber dennoch fühlt man sich auch Wochen später noch nicht fit? Das kann ein Anzeichen dafür sein, dass man an Long- oder Post-COVID erkrankt ist. Doch wann genau spricht man von diesen beiden Syndromen?
 | 18.10.2022

Es ist in aller Munde – das Thema Corona. Gerade COPD-Patient:innen und solche mit anderen Vorerkrankungen an der Lunge haben oft großen Respekt vor einem komplexeren Verlauf. Doch die gute Nachricht ist: In den allermeisten Fällen laufen Infektionen glimpflich und ohne große Komplikationen ab – erst recht bei mehrfach geimpften Patient:innen. Aber was ist, wenn die Symptomatik anhält und man auch Wochen später noch mit einer eigentlich abgeklungenen Infektion zu kämpfen hat?

Was genau sind Long-COVID und Post-COVID?

Grundlegend gilt: Laut aktuellen Leitlinien geht man bei Symptomen bis 28 Tage nach der Ansteckung von einer akuten Infektion aus. Selbst wenn dieser Zustand bis zu 12 Wochen besteht, nennt man das noch eine fortwährende Infektion. Von Post-COVID spricht man erst, wenn auch nach 12 und mehr Wochen noch Symptome bestehen, die sich nicht durch andere Ursachen erklären lassen. Der Begriff Long-COVID wird dagegen benutzt, wenn die Beschwerden länger als vier Wochen nach der Infektion bestehen oder sogar neue Symptome hinzukommen. Doch wie häufig kommt das vor? In einer Studie aus Großbritannien unter rund 20.000 Patient:innen wurden bei 13,7 % selbst 12 Wochen nach der Infektion noch Symptome festgestellt.


So unterscheidet man die akute und fortwährende Infektion, Long-COVID und Post-COVID voneinander.

Welche Symptome treten bei Long-COVID und Post-COVID auf?

Doch zu Anfang stellt sich die Frage: Wie merke ich nun, dass ich an Long- oder Post-COVID erkrankt bin? Generell kann sich dies durch eine Vielzahl an Symptomen äußern, die sich nicht nur auf die Lunge, sondern auch auf den Allgemeinzustand der Betroffenen teilweise massiv auswirken. Darunter:

  • Fatigue – die chronische Erschöpfung. Sie tritt gelegentlich – auch ohne eine Corona-Infektion – als Begleiterkrankung bei COPD auf. Die genauen Ursachen sind unbekannt, was die Therapie erschwert. Klassische körperliche und psychische Symptome sind eine vorzeitige Ermüdung, auch bei kleineren Belastungen im Alltag wie Hausarbeit oder Einkaufen. In einigen Fällen können Konzentrationsschwächen, Sprachschwierigkeiten und Vergesslichkeit auftreten. Selbst depressive Symptome können vorkommen.
  • Andere häufige Beschwerden sind unter anderem Geruchs- und Geschmacksstörungen – aber auch Symptome, die die Lunge betreffen. Sogar nach offizieller Genesung kann die Infektion daher mit anhaltenden Schädigungen der Lunge, Kurzatmigkeit und einer reduzierten Sauerstoffversorgung einhergehen. Entsprechend haben viele Patient:innen mit Atemnot (im Fachjargon Dyspnoe genannt) unter Belastung zu kämpfen. Wer also bereits unter einer Lungenerkrankung leidet, sollte sich nach einer Infektion gut selbst beobachten. Auch Muskelschwächen und -schmerzen traten in einigen Fällen auf.
  • Weitere Komplikation können andere Organe betreffen – beispielsweise Herzmuskelentzündungen, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, umgangssprachlich als Zuckerkrankheit bezeichnet, oder Thromboembolien – die Verstopfung eines Gefäßes durch Blutgerinnsel.

Fatigue bei COPD – was tun gegen die Erschöpfung?

Chronischer Husten und Gewichtsverlust sind bekannte und von außen deutlich wahrnehmbare Symptome einer COPD – doch was ist mit einem chronischen Erschöpfungszustand, der Fatigue? Auch sie kann sich stark negativ auf die Lebensqualität von Betroffenen auswirken. Weiterlesen

Wie therapiert man Long-COVID und Post-COVID?

Die Liste der möglichen Symptome, die mit Long- und Post-COVID also einhergehen, ist lang. Auch können unterschiedlichste Organe betroffen sein – von der Lunge über das Herz bis hin zum Gehirn. Dementsprechend flexibel muss sich daher die Behandlung gestalten.

Für das zentrale Symptom Fatigue, von dem sowohl Körper als auch Psyche in hohem Ausmaß betroffen sind, gilt eine Kombination aus leichtem Ausdauer- und Krafttraining als aktueller Therapieansatz. Doch Achtung: Eine Überlastung sollte man auf jeden Fall vermeiden. Daher muss die Therapie immer in Rücksprache mit dem oder der behandelnden Ärzt:in erfolgen. Außerdem ist etwas Geduld gefordert: Laut Studien werden die Beschwerden nach drei bis sechs Monaten allmählich besser – auch im Hinblick auf die Lunge.

Wie lässt sich Long-COVID und Post-COVID am besten vermeiden?

Eine Studie mit knapp einer Million doppelt-geimpfter Proband:innen im Vereinigten Königreich zeigte: Die Wahrscheinlichkeit, länger als 28 Tage lang unter den typischen Symptomen einer Coronavirus-Infektion zu leiden, sank durch die Impfung um 49 %.

Neben dem physischen Kraft- und Ausdauertraining gibt es Atemtrainings- und Therapiegeräte, die auf die Atemmuskulatur abzielen. Manche Lungenpatient:innen kennen dies vielleicht bereits aus der COPD- oder Asthma-Therapie. Eine Möglichkeit der Behandlung sind hier Therapiegeräte, die mit sanfter Vibration beim Atmen arbeiten – man nennt dies Oszillation. Die Schwingungen befreien die Bronchien vom festsitzenden Schleim. Zudem können diese Geräte die Atemwege per Inhalation befeuchten – beispielsweise mit Kochsalzlösung – und so die Genesung unterstützen.

Auch bekannte „Klassiker” wie das Atmen gegen einen (variablen) Widerstand, die Lippenbremse, die Zwerchfellatmung oder leichtes Konditionstraining können helfen – bei Bedarf begleitet von unterstützenden Techniken, die das Abhusten von Schleim erleichtern sollen.

Speziell für solche Einsätze zum Training und der Therapie der Atemwege wurde das RC-FIT® CLASSIC entwickelt. Dabei wird mithilfe einer Vibrationsplatte ein variabler Widerstand aufgebaut, der die Einatemhilfsmuskulatur trainiert. Ein solches Gerät kann besonders vorbelastete Patient:innen mit Lungenerkrankungen wie COPD und Asthma in ihrer Therapie unterstützen. Durch Vibrationen wird eine oszillierende Wirkung in den Atemwegen ausgelöst und hilft so, festsitzenden Schleim zu lösen.

Das RC-FIT® CLASSIC schlägt also mehrere Fliegen mit einer Klappe:

  • Es löst Sekret in den Atemwegen
  • Die Atemwege werden offen gehalten, was die Belüftung der Lunge verbessert
  • Die Atemhilfsmuskulatur wird trainiert
  • Die Atemnot kann reduziert werden, was beruhigend auf das Nervensystem wirkt

Eine Infektion mit dem Coronavirus ist keineswegs auf die leichte Schulter zu nehmen – auch wenn sie meist glimpflich verläuft. Stattdessen gilt es, sich selbst gut zu beobachten. Dann stellt man frühzeitig Veränderungen fest und kann diese bei seinem oder seiner Ärzt:in ansprechen. Sollten Symptome doch langfristig bestehen bleiben, so gibt es inzwischen vielseitige Atemtherapiegeräte, die einem wieder zu einem Leben mit mehr Gesundheit und Wohlbefinden zurück helfen können.

Quellen:
– Physio Assist, 2021: Post-/Long-COVID Leitline – Schwerpunkt Lunge Webinar 27.10.21 – PhysioAssist. YouTube. Abgerufen über https://www.youtube.com/watch?v=Y0JjVEr3FEw am 02.02.2022
– Deutsche Atemwegsliga e.V., 2021: S1-Leitlinie Post-COVID/Long-COVID. Abgerufen über https://www.atemwegsliga.de/leitlinie-post-vovid-long-COVID am 03.02.2022
– Infektionsschutz.de, 2022: Long COVID: Langzeitfolgen von COVID-19. Abgerufen über https://www.infektionsschutz.de/long-covid-langzeitfolgen-von-covid-19 am 09.05.2022
– Kołodziej, M., Wyszyńska, J. & Bal-Bocheńska, M. (2021). COVID-19: A New Challenge for Pulmonary Rehabilitation? Journal of clinical medicine, 10(15), 3361. https://doi.org/10.3390/jcm10153361
– Koczulla, A. R., Ankermann, T., Behrends, U., Berlit, P., Böing, S., Brinkmann, F., … & Zwick, R. H. (2021). S1-Leitlinie Post-COVID/Long-COVID. Pneumologie, 75(11), 869–900.
– MEDICLIN Kraichgau-Klinik, 2022: Krankheitsbild: Fatigue Syndrom. Abgerufen über https://www.kraichgau-klinik.de/fatigue-syndrom am 06.05.2022
– Suggett, J. & Kushnarev, V. (2021). Oscillating Positive Expiratory Pressure (OPEP) Devices and Airway Clearance Therapy in the COVID-19 Patient Care Pathway: A Review of Where There May Be Clinical Value. TP117. TP117 COVID-19 PATHOPHYSIOLOGY AND MODELLING, A4477-A4477.
– Abodonya, A. M., Abdelbasset, W. K., Awad, E. A., Elalfy, I. E., Salem, H. A. & Elsayed, S. H. (2021). Inspiratory muscle training for recovered COVID-19 patients after weaning from mechanical ventilation: A pilot control clinical study. Medicine, 100(13).
– Better Breathing, 2022: REHABILITATION After COVID-19. Abgerufen über https://betterbreathing.ie/rehabilitation-after-COVID-19/ am 28.01.2022
– Antonelli, M., Penfold, R. S., Merino, J., Sudre, C. H., Molteni, E., Berry, S., … & Steves, C. J. (2022). Risk factors and disease profile of post-vaccination SARS-CoV-2 infection in UK users of the COVID Symptom Study app: a prospective, community-based, nested, case-control study. The Lancet Infectious Diseases, 22(1), 43–55.
– Ayoubkhani, D., Pawelek, P. & Gaughan, C. (2021). Technical article: Updated estimates of the prevalence of post-acute symptoms among people with coronavirus (COVID-19) in the UK: 26 April 2020 to 1 August 2021. Office for National Statistics.
– Foto: fizkes / Shutterstock.com

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