COPD GOLD Stadium 1 – Das Anfangsstadium der COPD

Das GOLD Stadium 1 ist das erste von vier Stadien, in die eine COPD eingeteilt werden kann. Bei einer Diagnose im Anfangsstadium stehen die Chancen gut, die chronisch obstruktive Bronchitis erfolgreich zu therapieren, wenn man einige Hinweise beachtet.
 | 16.03.2021

Das Stadium COPD GOLD 1 ist das Anfangsstadium der Erkrankung. Auch wenn sich sicher kein Patient über diese Diagnose freut, so ist das Stadium 1 für einige kaum wahrnehmbar. Denn die Lungenfunktion weicht hier nur um 0–20 % vom Normalwert ab. Die Atembeschwerden sind oft so wenig ausgeprägt, so dass die Betroffenen die Erkrankung kaum als solche wahrnehmen.

Symptome im COPD-Stadium 1

Im Stadium COPD 1 spricht man von einer „leichten COPD“. Doch woran merkt man nun, dass man von der Lungenerkrankung betroffen ist?

Das Hauptsymptom im Anfangsstadium ist bei vielen Patienten ein chronischer Husten. Einige haben zudem das Gefühl, ihre Lunge produziere vermehrt Schleim. Es kommt jedoch auch vor, dass beide dieser Symptome ausbleiben – dann wäre eine COPD nur am Symptom der Atemnot erkennbar, die sonst typischerweise aber erst im fortgeschrittenen Stadium auftritt.

Die folgende Tabelle zeigt die Einteilung der 4 COPD GOLD Stadien im Verhältnis zu den Sollwerten der Einsekundenkapazität (FEV1). Der Idealwert für den jeweiligen Patienten ist abhängig von Geschlecht, Größe und Alter.

COPD-StadiumFEV1 (Sollwert = 100%)FEV1/FVC
I (leicht)FEV 1 ≥ 80% des Sollwertes< 70%
II (mittel)FEV1 < 80% und ≥ 50% des Sollwertes< 70%
III (schwer)FEV1 < 50% und ≥ 30% des Sollwertes< 70%
IV (sehr schwer)FEV1 < 30% des Sollwertes oder
FEV1 < 50% des Sollwertes plus chronische respiratorische Insuffizienz

< 70%

Zusätzlich zum Stadium gibt es noch einen anderen Faktor, der die Therapie grundlegend mitbestimmt: Die Patientengruppe. Hier sind zwei Kriterien entscheidend: Die Häufigkeit von Krankheitsschüben (Exazerbationen) in den vergangenen 12 Monaten und eine Selbsteinschätzung des Patienten, was seine Symptome angeht.

Zu welcher Patientengruppe gehöre ich?

Schleichender Symptomverlauf erschwert Diagnose

Eine COPD tritt selten von heute auf morgen auf. Doch gerade dieser schleichende, langsame Verlauf macht es für Patienten schwierig, den richtigen Zeitpunkt für einen Arztbesuch abzuschätzen. Im Gegenteil: Wenn sich chronischer Husten mit Auswurf einstellt, ist das für viele noch kein akutes Alarmsignal. Denn besonders unter Rauchern gilt hartnäckiger Husten als eine häufige Begleiterscheinung des Tabakkonsums. Die Folge: Betroffene machen sich lange Zeit keine Sorgen um ihre Gesundheit – und der fällige Arztbesuch bleibt aus.

Gerade dieser schleichende Erkrankungsprozess zu Beginn der COPD sorgt dafür, dass eine Diagnose häufig erst spät gestellt wird. Doch hier gilt, wie so oft: Je früher, desto besser. Denn nur mit einem frühzeitigen Therapiebeginn lässt sich der Verlust der Lungenfunktion durch eine COPD aufhalten – was sich langfristig auf die Lebenserwartung auswirken kann

Die leichte COPD erfolgreich behandeln

Nicht nur bei COPD gilt: Eine Rauchentwöhnung ist der wichtigste Schritt und stellt gewissermaßen die Voraussetzung für eine erfolgreiche COPD-Therapie dar. Meistens besteht diese dann aus der Kombination verschiedener Mittel.

Im Anfangsstadium der COPD kommen bei Bedarf bronchialerweiternde Medikamente – sogenannte Bronchodilatatoren – zum Einsatz. Sie bilden die medikamentöse Basistherapie der COPD.

Die Diagnose gleich am Anfang einer beginnenden COPD zu stellen, bietet große Chancen. Dazu gehört, rechtzeitig die entsprechenden Therapiemaßnahmen einzuleiten – und so seine Lebensqualität langfristig zu erhalten.

Wichtige Themen bei leichter COPD

Auch wenn Ihre Symptome vielleicht noch schwach ausgeprägt sind: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Ihre Lunge zu unterstützen und damit ihr Wohlbefinden zu steigern oder zu erhalten.

Bleiben Sie fit!

Gründe für körperliches Training gibt es viele, gerade für Lungenpatienten: Es verbessert die Lungenfunktion, steigert die Belastbarkeit und erhält die Muskulatur. Was auch immer Sie tun: Bleiben Sie in Bewegung!

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Richtig ernähren

Gewichtsprobleme sind bei COPD-Patienten kein seltenes Phänomen. Über- und Untergewicht wirken sich negativ auf die Lungenfunktion und die körperliche Belastbarkeit im Alltag aus. Aufgrund des erhöhten Energiebedarfs ist insbesondere eine Unterversorgung mit Nährstoffen häufig vertreten – die wiederum einen Gewichtsverlust und einen Rückgang der fettfreien Muskelmasse nach sich ziehen kann.

Über eine Umstellung ihrer Ernährung können Sie dieser Entwicklung jedoch aktiv entgegensteuern – beispielsweise durch eine Kombination aus Bewegungs- und Ernährungstherapie.

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Patientenschulungen bei COPD

Studien haben gezeigt, dass sogenannte Disease-Management-Programme (DMP) die Kompetenz und Eigenverantwortlichkeit der Patienten stärken, die Lebensqualität steigern und Krankenhausaufenthalte pro Jahr deutlich senken.

Diese strukturierten Schulungsprogramme werden von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten und mithilfe der behandelnden Hausärzte umgesetzt. Die Teilnahme bietet Ihnen eine hohe und einheitliche medizinische Versorgungsqualität.

Diese Krankenkassen bieten COPD-Patientenprogramme an

Quellen:
– Vogelmeier, C. (et al.): S2k – Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD).Pneumologie 2018; 72: 253–308.
– Foto: Fotolia.com

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