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Was ist Auswurf und woher kommt der Schleim?
Auswurf ist Schleim, der beim Husten aus den Bronchien in den Mundraum befördert wird. In der Medizin wird er auch als Sputum bezeichnet. Doch bevor wir über die Bedeutungen von beispielsweise grünem Auswurf oder einer zähen Konsistenz sprechen, muss man sich fragen: Wo kommt dieser Schleim überhaupt her?
Unsere Bronchien sind von innen mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die konstant Sekret produziert. So entsteht ein dünner Schleimfilm, der die Atemwege vor dem Austrocknen schützt und eindringende Schadstoffe abtransportiert. Zunächst ist Schleim also etwas Positives, doch auf seine Ausprägung kommt es an. Der zähflüssige Schleim besteht zum Großteil aus Wasser – aber er enthält auch verschiedene Proteine, weiße Blutkörperchen und abgestorbene Zellen.

Wenn die Schleimhaut nun aber vermehrt Sekret produziert – beispielsweise, weil ein akuter Infekt vorliegt – versuchen die Atemwege sich von diesem zähen Schleim zu befreien: Der Hustenreflex wird ausgelöst. Dieser löst das Sekret von den Bronchialwänden und transportiert den Schleim mundwärts. Betroffene bemerken dabei oft eine ungewöhnliche Färbung oder einen eigenartigen Geruch des Sekrets. Doch was bedeuten diese Veränderungen?
Was ist produktiver Husten?
Produktiver Husten liegt vor, wenn die Bronchien innerhalb von 24 Stunden 30 Milliliter Schleim oder mehr produzieren. Zum Vergleich: Das entspricht etwa zwei Esslöffeln.
Akute Infekte und chronische Erkrankungen wie COPD und Asthma können dazu führen, dass sich Konsistenz, Menge und Farbe des Auswurfs verändern.
Ärzt:innen unterscheiden Auswurf nach Zähigkeit und Farbe:
- Farbe: klar, gelb, grün, braun oder blutig
- Mukös: zäh und schleimig
- Serös: schaumig mit hohem Flüssigkeitsgehalt
Übrigens: Abgehusteten Schleim sollten Sie möglichst ausspucken statt herunterschlucken. So unterstützen Sie die Selbstreinigung Ihrer Lunge und entlasten die Atemwege.
Gut zu wissen: Produktiver Husten ist das Gegenteil von trockenem Reizhusten. Während beim Reizhusten kein Schleim abgehustet wird, befördert produktiver Husten Sekret aus den Atemwegen nach oben.
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Auswurf-Farben: Was bedeutet gelber, grüner oder blutiger Schleim?
Die Farbe des Schleims kann einen ersten Hinweis auf die Ursache geben. Für eine eindeutige Diagnose sind jedoch weitere Untersuchungen notwendig. Dennoch lohnt sich der Blick ins Taschentuch oder das Waschbecken.
Was bedeutet Husten mit klarem oder weißem Auswurf?
Klarer oder weißer Auswurf ist meist harmlos. Häufigste Ursache ist ein viraler Infekt der Atemwege, etwa eine Erkältung. Kommt eine bakterielle Infektion hinzu, kann sich die Farbe in Richtung Grün oder Gelb verschieben. Nach Abklingen des Infekts normalisiert sich der Auswurf in der Regel innerhalb weniger Wochen.
Hält der Husten mit verfärbtem Auswurf länger als drei Wochen an, sollte man eine:n Hausärzt:in oder Lungenärzt:in konsultieren.
Bei chronischen Erkrankungen wie COPD oder Asthma ist der Auswurf oft besonders zäh, erst recht morgens nach dem Aufstehen. Der Grund: Im Liegen sammelt sich das Sekret in den Bronchien, weil es nicht so leicht abfließen kann. Nach dem Aufstehen wird es dann abgehustet. Im fortgeschrittenen Stadium können zudem auch Atembeschwerden und ein Engegefühl in der Brust auftreten. Zudem leiden solche Patient:innen dann häufig unter akuter Luftnot.
Und auch hier gilt: Hält Husten mit Auswurf länger als acht Wochen an, empfiehlt sich der Besuch beim Arzt oder der Ärztin.
Was bedeutet Husten mit gelbem Auswurf?
Gelber Auswurf kann ein Hinweis auf Eiterbildung in den Bronchien sein, die häufig durch einen bakteriellen Infekt entsteht . Bakterien suchen sich hier vor allem vorgeschädigte Schleimhaut als “Opfer” aus, wie es beispielsweise nach einem viralen Infekt der Fall ist. Daher bezeichnet man dieses Auftreten auch als Sekundärinfektion.
Allerdings ist gelber oder grünlicher Schleim kein eindeutiger Hinweis auf eine bakterielle Infektion – es kann auch ein viraler Infekt oder eine asthmatische Grunderkrankung sein. Gerade gelber Auswurf hat zudem häufig einen eigenartigen, oft süßlich-fauligen Geruch, der deutlich wahrzunehmen ist.
Der oder die Hausärzt:in kann hier helfen, der Ursache auf den Grund zu gehen. Das empfiehlt sich ganz besonders, wenn der Husten länger als zwei bis drei Wochen anhält.
Was bedeutet Husten mit grünem Auswurf?
Grüner Schleim beim Husten deutet noch mehr als gelber Auswurf auf einen bakteriellen Infekt hin. Typisch sind zudem Fieber und ein rasselndes Geräusch beim Atmen. Hier ist besondere Vorsicht geboten: Eine bakteriell (mit-)verursachte Bronchitis kann im weiteren Verlauf auch in einer Lungenentzündung münden.
Grüner Schleim beim Husten – was tun? Bei grünem Auswurf ist körperliche Schonung wichtig. Eine zeitnahe ärztliche Abklärung hilft, ernsthafte Infekte frühzeitig zu erkennen.
Was bedeutet Husten mit braunem oder schwarzem Auswurf?
Brauner oder schwarzer Auswurf, also dunkler Schleim beim Husten, kann verschiedene Ursachen haben.
- Rauchen: Häufigste Ursache, oft als „Raucher:innenhusten“ bezeichnet
- Altes Blut: Bräunliche Verfärbung durch ältere Blutungen in den Atemwegen
- Eingeatmete Partikel: Staub, Ruß oder Schmutz aus der Umgebungsluft
Gerade ein regelmäßiges Auftreten – zum Beispiel morgens nach dem Aufstehen – ist ein deutlichen Symptom einer Raucher:innenkrankheit wie der chronischen Bronchitis oder der COPD.
Daher gilt auch hier: Es sollte unbedingt eine Untersuchung durch eine:n Lungenfachärzt:in erfolgen!
Was bedeutet Husten mit blutigem Auswurf?
Blut im Auswurf ist für die meisten Betroffenen ein starkes Warnsignal. Zu Recht: Husten mit Blut kann auf schwere Erkrankungen wie eine Lungenentzündung, Lungenkrebs oder eine Lungenembolie hinweisen. Auch Fremdkörper in den Atemwegen können Gewebeschäden hervorrufen und Blut im Schleim beim Husten verursachen. Als vergleichsweise harmlose Ursache kommt auch eine akute Bronchitis mit starkem Hustenreiz in Frage.
Bei blutigem Auswurf sollte schnellstmöglich eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Was hilft bei Husten mit Auswurf?
Um das Abhusten zu erleichtern und die Schmerzen zu lindern, stehen den Betroffenen verschiedene Mittel und Techniken zur Verfügung. Mit der passenden Therapie lassen sich Beschwerden gezielt lindern oder sogar beseitigen.
Wie kann man Schleim besser abhusten?
Festsitzender Schleim in den Bronchien kann das Atmen erschweren und den Hustenreiz verstärken. Mit gezielten Techniken lässt sich das Sekret leichter lösen und abhusten. Dazu gehört beispielsweise die Lippenbremse: Dabei atmet man langsam durch die leicht geschlossenen Lippen aus. Das erzeugt einen leichten Gegendruck, der die Bronchien offen hält.
Auch die Körperposition kann das Abhusten erleichtern. Aufrechtes Sitzen oder leichtes Vorbeugen mit aufgestützten Armen entlastet die Atemmuskulatur.
Spezielle Atemtherapiegeräte können das Lösen von Schleim zusätzlich unterstützen. PEP-Geräte (Positive Expiratory Pressure) erzeugen beim Ausatmen einen Widerstand, der die Bronchien weitet und das Sekret lockert. OPEP-Geräte (Oscillating PEP), beispielsweise das RC-Cornet® PLUS, ergänzen diesen Effekt durch feine Vibrationen, die den Schleim von den Bronchialwänden lösen.
Die Atemphysiotherapie bietet viele Möglichkeiten zur Sekretlösung. Speziell geschulte Therapeut:innen können ein individuelles Übungsprogramm zusammenstellen und die passenden Hilfsmittel empfehlen.
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Was hilft bei zähem Schleim?
Zäher Schleim beim Husten lässt sich oft nur schwer abhusten. Die richtige Befeuchtung und Verflüssigung des Sekrets kann hier helfen.
Maßnahmen bei zähem Auswurf:
- Warme Getränke: Tee oder warmes Wasser unterstützen die Befeuchtung von innen.
- Feuchte Raumluft: Gerade in der Heizperiode trocknen die Schleimhäute schnell aus. Ein Luftbefeuchter oder feuchte Tücher über der Heizung können helfen.
- Wärme: Ein warmes Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche auf der Brust kann die Durchblutung fördern und das Lösen des Sekrets unterstützen.
- Inhalation mit Kochsalzlösung: Das Inhalieren befeuchtet die Atemwege und macht den Schleim flüssiger. Vernebler ermöglichen dabei eine besonders feine Verneblung, sodass der Wirkstoff tief in die Bronchien gelangt. Bei chronischen Atemwegserkrankungen kann die Inhalation mit einem OPEP-Atemtherapiegerät kombiniert werden. Diese sogenannte Kombitherapie spart Zeit und kann die Wirksamkeit erhöhen.
Wann sollte man bei Husten mit Auswurf zum Arzt gehen?
Nicht jeder produktive Husten erfordert eine ärztliche Abklärung. Bestimmte Warnsignale sollten jedoch ernst genommen werden.
Ärztliche Abklärung empfohlen bei:
- Husten mit Auswurf, der länger als drei Wochen anhält
- Gelber, grüner oder blutiger Schleim
- Fieber über 38,5 °C
- Atemnot oder Engegefühl in der Brust
- Deutlicher Gewichtsverlust ohne erkennbare Ursache
- Allgemeine Verschlechterung des Gesundheitszustands
Bei bekannten chronischen Erkrankungen wie COPD oder Asthma sollte bereits bei einer Veränderung von Farbe, Menge oder Konsistenz des Auswurfs eine Lungenärzt:in hinzugezogen werden.
Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel zum Arzt als einmal zu wenig. Eine frühzeitige Abklärung kann helfen, ernsthafte Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen.
Ist Husten mit Auswurf gefährlich?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. In den meisten Fällen steckt ein harmloser viraler Infekt dahinter, der nach einigen Wochen von selbst abklingt.
Entscheidend sind dabei vor allem:
- Die Farbe des Auswurfs
- Die Dauer der Beschwerden
- Begleitsymptome
- Vorerkrankungen oder ein geschwächtes Immunsystem
Produktiver Husten ist kein Grund zur Panik. Im Gegenteil: Er zeigt, dass der Körper aktiv arbeitet, um die Atemwege zu befreien. Wer die Signale seines Körpers beachtet und bei Bedarf handelt, kann viel für freiere Atemwege und mehr Lebensqualität tun. Die passenden Techniken und Hilfsmittel machen es leichter, den Alltag mit Husten und Auswurf gut zu meistern.
Quellen:
– Kardos P. (et al.): Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin zur Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten. In: Pneumologie 2019; 73(03): 143-180.
– Dezube, 2021: Husten bei Erwachsenen. MSD Manuals. Abgerufen bei https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/lungen-und-atemwegserkrankungen/symptome-von-lungenerkrankungen/husten-bei-erwachsenen am 05.02.2024
– Lungenärzte im Netz, o.D.: Bronchitis, akut. Abgerufen bei https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/bronchitis-akut/krankheitsbild-verlauf/ am 05.02.2024
– Foto: AntonioGuillem / istock.com









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