Häufige Begleiterkrankungen der COPD
Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass die COPD eine systemische Erkrankung ist. D.h., dass sie nicht nur die Atemwege, sondern den Organismus als Ganzes angreift. Als Folge geht eine COPD oft mit einer Reihe von Begleiterkrankungen einher.
Eine COPD kommt selten allein! Als wenn man mit der Diagnose COPD nicht schon genug geschlagen wäre, gesellen sich zu dieser schlechten Nachricht schnell weitere hinzu.
In Deutschland weisen rund 55% der COPD-Patienten im höheren Alter mindestens drei weitere behandlungsbedürftige Krankheiten auf. Dies hängt vor allem mit dem gesteigerten Energieaufwand bei der Atemarbeit zusammen, der zu einer Schwächung des gesamten Energiehaushalts führt - mit gravierenden Folgen für den ganzen Organismus. So ist bei nur 50% der verstorbenen Patienten, die wegen einer akuten Exazerbation ihrer COPD ins Krankenhaus eingewiesen wurden, die COPD für den Tod ursächlich. In 20% der Fälle sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen und in 6% ein Bronchial-Krebs die Todesursache.
Herz-Kreislauf-Krankheiten bei COPD
Es verwundert daher nicht, dass die COPD eng mit Herz-Kreislauf-Krankheiten zusammenhängt, wie neuere Untersuchungen gezeigt haben. So sind Herz-Arterien-Verkalkungen, Herzinsuffizienz (Herzschwäche) sowie Herz-Rhythmus-Störungen bei COPD-Patienten gegenüber Gleichaltrigen ohne COPD deutlich erhöht.
Zudem war in einer Untersuchung an mehr als 100.000 Patienten mit akutem Herzinfarkt die COPD mit 19 % die dritthäufigste Begleiterkrankung nach Bluthochdruck (62 %) und Diabetes (30 %). Betablocker, die oft zum Schutz vor einem weiteren Herzinfarkt verordnet werden, erweisen sich dabei als gute Schutzmaßnahme: Sie senken auch bei COPD-Patienten das Sterblichkeitsrisiko - selbst dann, wenn gleichzeitig bronchial erweiternde Medikamente inhaliert werden müssen.
Neuere Studien haben gezeigt, dass COPD Patienten neben erhöhtem Blutdruck auch häufig einen Lungenhochruck (pulmonale Hypertonie) haben.
Diabetes bei COPD
Auch die Zuckerkrankheit Diabetes gehört zu den häufigen Begleiterkrankungen einer COPD. Die Raucher unter den COPD-Patienten haben dabei gegenüber Nichtrauchern ein erhöhtes Erkrankungsrisiko, welches mit Zunahme des Zigarettenkonsums und der Dauer des aktiven Rauchens steigt. Gefährlich ist hier, dass die Zuckerkrankheit wiederum auf die COPD zurückwirkt und den Rückgang der Atemleistung beschleunigt.
Die Sterblichkeitsrate ist dementsprechend bei COPD-Patienten mit Zuckerkrankheit deutlich höher als bei Patienten ohne Diabetes. Achten Sie also auf die typischen Symptome einer Diabetes-Erkrankung wie vermehrten Durst, vermehrtes Wasserlassen und Heißhunger.
Gewichtsverlust bei COPD
Zuletzt hat auch der oft bei COPD-Patienten im fortgeschrittenen Stadium zu beobachtende Gewichtsverlust gesundheitliche Konsequenzen, die das Fortschreiten der Erkrankung drastisch beschleunigen können.
Als Ursache für diese Gewichtsabnahme wird einmal eine verminderte Nahrungszufuhr aufgrund von einer krankheitsbedingten Appetitlosigkeit angenommen; auf der anderen Seite wird aber auch vermehrt Energie beim Atmen wegen der verengten Bronchien benötigt. So konnte ein erhöhter Sauerstoffverbrauch der Atemmuskulatur bei COPD-Patienten mit Untergewicht im Vergleich zu Patienten mit Normalgewicht nachgewiesen werden.
Der Gewichtsverlust führt zudem auch zu einem Verlust an Muskelmasse, zur Abnahme der Knochendichte (Osteoporose) und zu einer Erhöhung der Insulinresistenz, die den Blutzucker steigen lässt.
Hier wie im Allgemeinen lassen sich immer wieder dieselben Ratschläge geben, um sich vor einer Verschlechterung Ihres Zustands zu schützen: Geben Sie das Rauchen auf und werden Sie körperlich aktiv! Auch gezieltes Muskeltraining z.B. der Atemmuskulatur kann in Ihrem Fall sinnvoll sein. Achten Sie außerdem auf eine bewusste Ernährung – bei Untergewicht kommt eventuell hochkalorische Astronautenkost für Sie in Frage.
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