Sport bei COPD

Mehrere Studien belegen, dass Sport im Rahmen der Therapie der Lungenkrankheit COPD hilft, die Lebensqualität zu steigern: Ausdauer und maximale körperliche Belastbarkeit werden verbessert, die COPD Symptome werden gelindert und das Immunsystem wird gestärkt. Aktiv werden heißt deshalb die Devise.

Inhalt:

Welche Sportarten sind bei COPD geeignet?

COPD SportBesonders geeignet für COPD-Patienten mit einer leichten bis mittelschweren COPD sind Sportarten, die eine geringe, aber konstante Belastung zulassen wie Wandern, Walken, leichtes Joggen, Radfahren, Tanzen, Schwimmen und Gymnastik.

Am besten eignet sich nach neueren Studien eine Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining bei COPD. Auch spezielles Atemtraining und Entspannungsverfahren wie Yoga, autogenes Training, Pilates usw. wirken sich positiv sowohl auf die körperliche Fitness als auch auf die Atemleistung aus.

Welche Sportarten sind ungeeignet bei COPD?

Vor allem Anfänger sollten intensivere Sportarten, die schnell eine Überlastung mit sich bringen können, vermeiden. Dazu gehören Tennis, Fußball und Badminton. Auch Höhensport wie Bergwandern ist aufgrund der Höhenluft eher ungeeignet.

Letztlich ist es natürlich nicht eine Sportart an sich, die ungeeignet für COPD-Patienten ist, sondern das Maß der Intensität, mit der ein Sport betrieben wird. Etwas Fußball oder Federball im Garten ist natürlich nicht nur erlaubt, sondern höchst wünschenswert. Lernen Sie Ihre Grenzen einzuschätzen  und vermeiden Sie Überanstrengung!

Wie schütze ich mich vor Atemnot beim Sport?

Haben Sie trotz aller Vorbereitungen Angst vor einer Atemnot-Attacke während des Trainings? Wenn Sie die folgenden Tipps beachten, dann gibt es dazu keinen Grund:

  • Wärmen Sie sich vor dem Trainingsbeginn gut auf, damit Ihr Körper sich langsam auf die erhöhte Belastung einstellen kann.
  • Trainieren Sie regelmäßig (optimaler Weise 30 Minuten täglich und mehr) und zu Beginn nur einige Minuten, wenn Sie sich zuvor nicht sportlich betätigt haben. Beginnen Sie z.B. mit 10 Minuten Spazierengehen am Morgen und  steigern Sie dann langsam die Trainingsdauer von Mal zu Mal.
  • Die Lippenbremse ist nicht nur eine geeignete Übung für akute Atemnot, sondern eignet sich auch als Training. Atmen Sie dazu mehrere Minuten durch die Nase ein und lassen Sie die Luft langsam durch gespitzte Lippen entweichen.
  • Auch für die einzelne Trainingseinheit gilt: Steigern Sie die Anstrengung nur langsam und vor allem: Überanstrengen Sie sich nicht! Sport treiben heißt in Ihrem Fall nicht, alles aus Ihrem Körper herauszuholen, sondern sinnvoll mit Ihren Kräften hauszuhalten. Sie trainieren nicht für Olympia, sondern für eine langsame aber stetige Verbesserung Ihrer körperlichen Fitness.
  • Im Sommer sollten Sie Sport nicht in der Mittagshitze betreiben. Nutzen Sie lieber die kühleren Morgenstunden für einen ausgedehnten Spaziergang oder eine Joggingrunde!
  • Für den Notfall: Nehmen Sie ein schnell wirkendes bronchienerweiterndes Medikament mit zum Training, wenn Sie sich damit sicherer fühlen.

COPD und Sport: Worauf muss ich noch achten?

Aus einem bestimmten Grund ist davon abzuraten, auf eigene Faust mit dem Sport zu beginnen: Gerade bei COPD Patienten, die sich schon lange nicht mehr körperlich gefordert haben, könnte eine plötzliche Belastung durchaus Risiken mit sich bringen und der Gesundheit mehr schaden als nützen. Deshalb sollten Sie vorab mit Ihrem Arzt besprechen, welcher Sport in welcher Intensität für Sie in Frage kommt. Lassen Sie auch die notwendigen Checks wie eine Lungenfunktionstest und ein Belastungs-EKG durchführen, bevor Sie mit dem Sport beginnen.

Sport bei fortgeschrittener COPD

So verständlich bei fortgeschrittener COPD das Bedürfnis ist, sich bei Atemnot körperlich zu schonen und Anstrengungen zu vermeiden, so sehr werden sich die Symptome langfristig dadurch nur verstärken. Selbst im weit fortgeschrittenen Krankheitsstadium der COPD ist deshalb kontrollierte Bewegung unter ärztlicher Aufsicht nicht nur möglich, sondern sogar sehr sinnvoll.

Hier ist insbesondere Lungensport zu empfehlen, der speziell auf Lungenpatienten abgestimmt und von Experten betreut wird. Wer sich nur noch schont, nimmt den Abbau von Muskulatur und eine Unterforderung des Herz-Kreislauf-Systems in Kauf, was die Luftnot noch mehr verschlimmert. Nur durch gezielte Aktivität lässt sich dieser Teufelskreis durchbrechen und neues Selbstvertrauen gewinnen – also: Warten Sie nicht länger – werden Sie aktiv!

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