Die akute Exazerbation bei COPD
Exazerbationen sind als gesundheitliche Verschlechterungen bei chronischen Erkrankungen wie der COPD (chronisch obstruktive Bronchitis) definiert. Bei COPD kann eine Exazerbation zu einem drastischen Verlust der Lungenfunktion führen.
- Exazerbation: Bedeutung
- Wie vermeide ich Exazerbationen bei COPD?
- Was tun bei einer akuten Exazerbation?
- Die stationäre Behandlung bei Exazerbationen
- Ambulante Behandlung bei Exazerbationen möglich
Exazerbation: Bedeutung
Im Fall einer akuten Exazerbation bei COPD Patienten (AECOPD) ist innerhalb eines kurzen Zeitraums ein rasches Fortschreiten der COPD Symptome zu beobachten, also vermehrte Atemnot, mehr Auswurf und Husten. Weitere Anzeichen einer COPD Exazerbation:
- Eiter im Auswurf
- ein pfeifendes Atemgeräusch
- ein zunehmender Einsatz der Atemhilfsmuskulatur und
- die Entstehung von Ödemen.
Wie vermeide ich Exazerbationen bei COPD?
Um die Zahl an Exazerbationen zu senken, werden in medizinischer Hinsicht kortisonhaltige Medikamente verschrieben, die entzündungshemmend wirken. Aber auch Sie selbst können einiges tun, um sich vor Exazerbationen zu schützen! Mehr dazu erfahren Sie hier.
Was tun bei einer akuten Exazerbation?
Das Vorgehen im Falle einer exazerbierten COPD hängt vom Schweregrad der COPD und vom Ausmaß der Verschlecherung ab.
Leichte Exazerbationen bei geringem COPD Schweregrad (I oder II) können von geschulten Patienten gut selbst gemanagt werden. Es wird geraten, den Einsatz bronchialerweiternder Medikamente etwas zu intensivieren und körperliche Anstrengung zu vermeiden. Zudem können Atemgymnastik (Lippenbremse) und atmungserleichternde Körperhaltungen (Kutschersitz) helfen, die Beschwerden zu lindern.
Bei mittelschweren Exazerbationen sollte möglichst bald ein Arzt aufgesucht werden, der über weitere Maßnahmen wie die Gabe von Kortison oder Antibiotika entscheiden kann. Auch eine zusätzliche Sauerstofftherapie kann bei schwerer COPD (III und IV) angezeigt sein.
Bei schweren Exazerbationen mit massiver Atemnot sollte der Patient möglichst rasch ins nächste Krankenhaus gebracht werden. Hier kann entschieden werden, ob eine stationäre oder gar eine intensivmedizinische Behandlung notwendig ist oder die Behandlung auch ambulant fortgesetzt werden kann.
Die stationäre Behandlung bei Exazerbationen
Gründe für eine Einweisung in die stationäre Behandlung
• schwere Atemnot
• ein fehlendes Ansprechen auf die Notfall-Therapie
• ein Wert der Einsekundenluft von unter 30%
• Begleiterkrankungen der COPD wie Herz- Rhythmus-Störungen
• ein relativ hohes Alter des Patienten der COPD
• eine unzureichende häusliche Betreuung, z.B. wenn COPD Patienten alleine leben
Die stationäre Behandlung bei schweren Exazerbationen
Bei einer anhaltenden schweren COPD Exazerbation gibt es verschiedene Möglichkeiten der Reaktion. Zunächst kann anhand von Röntgenbild und Ultraschall eine genauere Diagnose der Exazerbation vorgenommen werden. Entscheidend für das weitere Vorgehen ist jedoch die Blutgasanalyse. Sie gibt Auskunft darüber, wie hoch der Sauerstoffdruck, der Kohlendioxiddruck und der ph-Wert eines Patienten der COPD sind.
Sind diese Werte normal, dann wird die medikamentöse COPD Therapie fortgesetzt und/oder auch eine Sauerstofftherapie angeordnet. Wenn die Werte jedoch im Anschluss an eine Exazerbation Grund zur Besorgnis geben und die Sauerstofftherapie nicht anschlägt, dann wird eine intensivmedizinische Behandlung notwendig. Hier kommen 2 Beatmungsmethoden zum Einsatz: die nicht-invasive Beatmungstherapie mit Atemmaske (kurz NIV) oder die invasive Beatmung durch Intubation.
Ambulante Behandlung bei Exazerbationen möglich
Bei einem eigentlich stabilen Gesundheitszustand ohne schwerwiegende Begleiterkrankungen ist eine ambulante Behandlung nach einer Exazerbation grundsätzlich möglich. Die COPD Therapie wird dann meist zunächst stationär intensiviert und bei Besserung der Symptome der Exazerbation werden die Patienten nach Hause entlassen.
Nur wenn die therapeutische Intensivierung nicht anschlägt und der Zustand des COPD Patienten weiter kritisch bleibt, kann eine weitere stationäre Behandlung bis hin zu einer Beatmungstherapie notwendig werden.
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