Exazerbation - Definition, Vorbeugung, Behandlung

Exazerbationen sind als gesundheitliche Verschlechterungen bei chronischen Lungenkrankheiten wie Asthma und COPD definiert. Bei COPD kann eine Exazerbation zu einem drastischen Verlust an Lungenfunktion führen.

Exazerbation bei COPD

Exazerbation: Definition

Im Fall einer akuten Exazerbation bei COPD (AECOPD) ist innerhalb eines kurzen Zeitraums eine Verschlechterung der Symptome (Atemnot, Husten und Auswurf) zu beobachten. Die Beschwerden gehen über die normalen Schwankungen der Symptome hinaus oder halten länger als üblich an.

Symptome der COPD-Exazerbation

Eine Exazerbation der COPD kann sehr plötzlich, aber auch schleichend auftreten und unterschiedlich stark sein. Um ernsthafte Gesundheitsrisiken zu verhindern ist es daher wichtig, dass die Patienten die Anzeichen einer Verschlechterung frühzeitig erkennen:

  • zunehmende Atemnot
  • häufigerer und stärkerer Husten
  • vermehrte zähe Schleimbildung
  • gelb-grünliche Verfärbung des Schleims (Eiterbildung)
  • ein pfeifendes Atemgeräusch
  • die Entstehung von Ödemen

Wie vermeide ich Exazerbationen bei COPD?

Um die Zahl an Exazerbationen zu senken, werden in medizinischer Hinsicht kortisonhaltige Medikamente verschrieben, die entzündungshemmend wirken. Aber auch Sie selbst können einiges tun, um sich vor Exazerbationen zu schützen! Mehr dazu erfahren Sie hier.

Infektexazerbation

Am häufigsten werden Exazerbationen von Atemwegsinfekten verursacht und treten daher oft in der kalten Jahreszeit auf. Impfungen gegen Grippeviren und Pneumokokken sind deshalb wichtig.

Was tun bei einer akuten Exazerbation?

Das Vorgehen im Falle einer exazerbierten COPD hängt vom Schweregrad der COPD und vom Ausmaß der Verschlecherung ab.

Leichte Exazerbationen bei geringem COPD-Schweregrad (I oder II) können von geschulten Patienten gut selbst gemanagt werden. Es wird geraten, den Einsatz bronchialerweiternder Medikamente etwas zu intensivieren und körperliche Anstrengung zu vermeiden. Zudem können Atemgymnastik (Lippenbremse) und atmungserleichternde Körperhaltungen (Kutschersitz) helfen, die Beschwerden zu lindern.
Bei mittelschweren Exazerbationen sollte möglichst bald ein Arzt aufgesucht werden, der über weitere Maßnahmen wie die orale Gabe von Kortison oder Antibiotika entscheiden kann. Auch eine zusätzliche Sauerstofftherapie kann bei schwerer COPD (III und IV) angezeigt sein.
Bei schweren Exazerbationen mit massiver Atemnot sollte der Patient möglichst rasch ins nächste Krankenhaus gebracht werden. Hier kann entschieden werden, ob eine stationäre oder gar eine intensivmedizinische Behandlung notwendig ist oder die Behandlung auch ambulant fortgesetzt werden kann.

Die stationäre Behandlung von Exazerbationen

Gründe für eine Einweisung in die stationäre Behandlung:

  • schwere Atemnot
  • ein fehlendes Ansprechen auf die Notfall-Therapie
  • ein Wert der Einsekundenluft von unter 30 %
  • Begleiterkrankungen der COPD wie Herz- Rhythmus-Störungen
  • ein relativ hohes Alter des Patienten
  • eine unzureichende häusliche Betreuung, z.B. wenn COPD Patienten alleine leben

Die stationäre Behandlung bei schweren Exazerbationen

Bei einer anhaltenden schweren Exazerbation gibt es verschiedene Möglichkeiten der Reaktion. Zunächst kann anhand von Röntgenbild und Ultraschall eine genauere Diagnose der Exazerbation vorgenommen werden. Entscheidend für das weitere Vorgehen ist jedoch die Blutgasanalyse. Sie gibt Auskunft darüber, wie hoch der Sauerstoffdruck, der Kohlendioxiddruck und der ph-Wert eines Patienten der COPD sind.

Sind diese Werte normal, dann wird die medikamentöse COPD Therapie fortgesetzt und/oder auch eine Sauerstofftherapie angeordnet. Wenn die Werte jedoch im Anschluss an eine Exazerbation Grund zur Besorgnis geben und die Sauerstofftherapie nicht anschlägt, dann wird eine intensivmedizinische Behandlung notwendig. Hier kommen 2 Beatmungsmethoden zum Einsatz: die nicht-invasive Beatmungstherapie mit Atemmaske (kurz NIV) oder die invasive Beatmung durch Intubation.

Ambulante Behandlung bei Exazerbationen möglich

Bei einem eigentlich stabilen Gesundheitszustand ohne schwerwiegende Begleiterkrankungen ist eine ambulante Behandlung nach einer Exazerbation grundsätzlich möglich. Die COPD-Therapie wird dann meist zunächst stationär intensiviert und bei Besserung der Symptome werden die Patienten nach Hause entlassen.

Nur wenn die therapeutische Intensivierung nicht anschlägt und der Zustand des COPD-Patienten weiter kritisch bleibt, kann eine weitere stationäre Behandlung bis hin zu einer Beatmungstherapie notwendig werden.

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