Die 4 COPD Stadien nach GOLD

Die globale Initiative für COPD „GOLD“ teilt die Lungenkrankheit in 4 Stadien und 4 Schweregrade ein. Die GOLD-Stadien dienen der einheitlichen Umsetzung von Therapie-Richtlinien und Empfehlungen.

Die menschliche Lunge

 

Ziel des GOLD-Standards ist es, die medizinische Behandlung der COPD zu vereinheitlichen und Hausärzten die Entscheidung für die notwendigen therapeutischen Maßnahmen zu erleichtern.

Je nach Schweregrad können Ärzte sich an den nationalen Therapie-Leitlinien orientieren und ihren Patienten die bestmögliche medizinische Versorgung bieten.

Die 4 COPD-Stadien im Überblick

Wichtigstes Kriterium für die Einteilung der COPD-GOLD-Stadien sind zwei Werte der Lungenfunktion: der FEV1-Wert und die forcierte Vitalkapazität (FVC). Diese Werte lassen sich durch einen Lungenfunktionstest bestimmen.

Die folgende Tabelle zeigt die Einteilung der 4 COPD-GOLD-Stadien im Verhältnis zu den Sollwerten, die abhängig von Geschlecht, Größe und Alter des Patienten sind.

COPD-StadiumFEV1 (Sollwert = 100%)FEV1/FVC       
I (leicht) ≥ 80% Soll < 70%
II (mittel) 50% - 80% Soll < 70%
III (schwer) 30% Soll - 50% Soll < 70%
IV (sehr schwer)         

≤ 30% Soll oder
< 50% Soll plus chronische respiratorische
Insuffizienz


< 70%

Erläuterung zu den GOLD-Stadien

COPD GOLD I

Ein Patient im Stadium COPD GOLD I befindet sich im Anfangsstadium der COPD. Die Lungenfunktion weicht hier nur um 0-20% vom Normalwert ab und die Symtome sind meist noch so schwach ausgeprägt, dass die Betroffenen die Erkrankung gar nicht bemerken.

COPD GOLD I

COPD GOLD II

Im Stadium COPD GOLD II, der mittelschweren COPD, nimmt die Lungenfunktion weiter ab; sie weicht nun bereits um 20-50% vom Normalwert ab. Die Symptome nehmen weiter zu, werden aber teilweise von den Patienten immer noch nicht als chronisches Krankheitssymptom wahrgenommen. Dies trifft besonders dann zu, wenn die Betroffenen einen eher bewegungsarmen Lebenstil pflegen und so gar nicht erst in Atemnöte kommen.

COPD GOLD II

COPD GOLD III

Im Stadium COPD GOLD III, der schweren COPD, ist die Erkrankung nicht mehr zu ignorieren. Die Lungenfunktion weicht nun um 50-70% vom Normalwert ab, was teils massive Probleme mit Atemnot, Husten und Auswurf zur Folge hat. Schon bei leichten Anstrengungen, z.B. beim Treppen steigen, können sich die Folgen der Erkrankung bemerkbar machen.

COPD GOLD III

COPD GOLD IV

Im Endstadium COPD GOLD IV - der sehr schweren COPD - ist die Erkrankung bereits sehr weit fortgeschritten. Die Lungenfunktion weicht um mehr als 70% vom Normalwert ab. Patienten in diesem Stadium sind deshalb chronisch mit Sauerstoff unterversorgt. Sie leiden unter schwerer Atemnot auch im Ruhezustand, weshalb ihre körperliche Leistungsfähigkeit und ihre Lebensqualität stark eingeschränkt sind. Exazerbationen, also Krankheitsschübe, sind für Patienten im Stadium IV lebensgefährlich.

COPD GOLD IV

Der Schweregrad der COPD

Im aktuellsten GOLD-Report wird die COPD zusätzlich zu den FEV1-basierten Stadien in 4 Schweregrade unterteilt. Hinzu kommen dabei 2 neue Kriterien:

  • das Exazerbationsrisiko gemessen an der Häufigkeit von Krankheitsschüben in den vergangenen 12 Monaten
  • die individuelle Ausprägung der Symptome gemessen am CAT-Score oder alternativ am mMRC-Score

Daran anschließend wird der COPD-Schweregrad nun in 4 Patientengruppen (A, B, C und D) nach dem folgenden Schema unterteilt:

SchweregradCOPD-StadiumExazerbationsrisikoSymptomatik
A I-II niedrig
(0-1 Exazerbationen/Jahr)
wenige Symptome
CAT < 10
mMRC 0-1
B I-II niedrig
(0-1 Exazerbationen/Jahr)
vermehrte Symptome
CAT ≥ 10
mMRC ≥ 2
C III-IV hoch
(≥ 2 Exazerbationen/Jahr)
wenige Symptome
CAT < 10
mMRC 0-1
D III-IV hoch
(≥ 2 Exazerbationen/Jahr)
vermehrte Symptome
CAT ≥ 10
mMRC ≥ 2

Dabei zählt für die Bestimmung des Schweregrads immer der höchste Risikoparameter.

Beispiel: Ein Patient hat noch relativ gute FEV1-Werte (Gold-Stadium II), aber ein hohes Exazerbationsrisiko (2 oder mehr Exazerbationen im Jahr) und einen CAT-Score von 15. Sein Schweregrad ist D.

Das neue Schema wird der Tatsache gerecht, dass Exazerbationsrisiko und Symptome bei Patienten mit ähnlichen FEV1-Werten unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Diese Unterschiede werden mit dem neuen Schema nun berücksichtigt und wirken sich direkt auf die Empfehlung der therapeutischen Maßnahmen aus.

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