Lebenserwartung bei COPD

Wie alt wird man mit einer COPD? Bei der Frage vieler Patienten nach der Lebensdauer mit COPD spielen das Krankheitsstadium, das Alter und weitere Erkrankungen eine Rolle.

Inhalt:

COPD LebenserwartungPrognosen zur Lebenserwartung bei COPD sind mit einiger Vorsicht zu genießen. Das Fortschreiten einer COPD lässt sich nur schwer vorhersagen und kann im Einzelfall stark vom statistisch erwartbaren Verlauf abweichen.

Die Prognose ist nicht zuletzt von vielen individuellen Faktoren abhängig, wie der Lungenfunktion, vom Alter und weiteren Erkrankungen. Zudem können die Patienten durch die konsequente Umsetzung therapeutischer Maßnahmen zu jedem Zeitpunkt den Verlauf selbst positiv beeinflussen.

Lebensdauer mit COPD

Durchschnittlich verringert sich die Lebensdauer mit einer COPD um 5-7 Jahre. Vor allem der fortschreitende Verlust der Lungenfunktion wirkt sich negativ auf die Prognose aus, insbesondere der sogenannte FEV1-Wert. Dieser errechnet sich über die maximale Menge ausgeatmeter Luft in einer Sekunde.

Der FEV1-Wert spielt auch bei der Einteilung der vier COPD-Krankheitsstadien eine wichtige Rolle. Je höher das COPD-Stadium, desto stärker weicht der FEV1 vom Sollwert ab. Dieser Sollwert ist von individuellen Faktoren wie dem Alter, dem Geschlecht und der Körpergröße des Patienten abhängig.

COPD-Prognose: Ungünstige Faktoren 

Neben dem Verlust der Lungenfunktion gibt es weitere Faktoren, welche sich ungünstig auf die Lebensdauer bei COPD auswirken können. Dazu gehören beispielsweise:

  • hohes Alter
  • ein geringer Sauerstoffgehalt des Blutes bzw. ein zu hoher Kohlendioxidgehalt
  • weitere Erkrankungen
  • akute Krankheitsschübe (Exazerbationen)
  • Infekte

Lebensbedrohliche Komplikationen können auch durch häufige Begleiterkrankungen der COPD entstehen, wie eine Rechtsherzschwäche, Diabetes oder Osteoporose. Patienten sollten sich deshalb auch mit den möglichen Folgeerkankungen einer COPD auseinandersetzen und sich informieren, worauf es zu achten gilt.

Lebenserwartung bei COPD erhöhen

Für COPD-Patienten ist es nie zu spät, die nachlassende Lungenfunktion aktiv zu bekämpfen. In jedem Stadium der Lungenkrankheit stehen Therapieoptionen zur Verfügung, die eine Verbesserung der Lebensqualität bewirken und die Prognose verbessern. 

Rauchentwöhnung

An erster Stelle ist dabei das Vermeiden der auslösenden Schadstoffe zu nennen. Mit einem sofortigen Rauch-Stopp können die Patienten also selbst den wichtigsten Schritt hin zu einer besseren Lebenserwartung unternehmen. Um sich klarzumachen, was hingegen ein fortgesetzter Tabakkonsum bei COPD bewirkt, sollte man sich folgendes vergegenwärtigen:

Bei Patienten der COPD sinkt der FEV1-Wert im Schnitt um 30 ml pro Jahr. Bei den Patienten, die trotz COPD weiterrauchen, beschleunigt sich dieser Verlust an Lungenfunktion um das 3-fache auf 90 ml pro Jahr. Das hat zur Folge, dass sich die durchschnittliche Lebenserwartung im Vergleich zu gesunden Nichtrauchern sogar um 9 Jahre verringert!

Weitere Maßnahmen

Neben der Aufgabe des Rauchens sollten sich die Patienten vor allem an die medikamentöse Therapie halten und intensiv mit weiteren Behandlungsmöglichkeiten auseinandersetzen:

  • Bewegung erhält die Lungenfunktion und erhöht die körperliche Belastbarkeit. Regelmäßiges Training, z.B. in Form von Lungensport, ist deshalb ein fester Bestandteil der Therapie.
  • Bei COPD ist der natürliche Schleimfluss gestört. In der Folge bildet sich ein zähes Sekret, das die Atemwege zusätzlich verengt und das Abhusten erschwert. Für COPD-Patienten ist es deshalb wichtig, kontinuirlich für einen ungestörten Schleimfluss zu sorgen. Hier haben sich vor allem Maßnahmen der physiotherapeutischen Atemtherapie bewährt.
  • Auch im Bereich der psychotherapeutischen Behandlung liegen große Chancen, die Lebensqualität zu verbessern und dem Verlust des Lebensmutes entgegenzuwirken.

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