Behandlung der COPD

Welche Behandlung hilft bei COPD? In jedem Stadium der COPD stehen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, um eine Besserung zu bewirken. Alle Maßnahmen auf einen Blick.

COPD Behandlung

Bausteine der COPD-Behandlung

Eine COPD erfordert eine umfassende Therapie. Im Einzelfall hängen die Maßnahmen vom Krankheitsstadium, den Symptomen und von möglichen Begleiterkrankungen ab.

Die erfolgreiche Therapie der Lungenkrankheit setzt sich nach den Richtlinien der offiziellen COPD-Leitlinie aus folgenden 3 Bausteinen zusammen:

1. Prävention von Krankheitsschüben

In allen COPD-Stadien ist die Vorbeugung von Krankheitsschüben wichtig. Die folgenden Maßnahmen stellen gewissermaßen die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie dar:

  • An erster Stelle steht das Ausschalten der Erkrankungsursache, also in den meisten Fällen ein Rauch-Stopp. Patienten, die der Zigarette entsagen, leben im Schnitt 5-10 Jahre länger!
  • Grundsätzlich gilt es für COPD-Patienten aber, alle lungenbelastenden Schadstoffe zu meiden. Dabei kann es sich z.B. um Feinstaub, Industrie- und Verkehrsabgase oder Noxen am Arbeitsplatz handeln.
  • Als Schutzimpfungen empfehlen die Leitlinien eine jährliche Grippeimpfung und eine Impfung gegen Pneumokokken.

2. Medikamente bei COPD

In den verschiedenen COPD-Stadien kommen unterschiedliche Medikamente zum Einsatz:

  • Bronchodilatatoren erweitern die Atemwege und verbessern die Luftzufuhr.
  • Glukokortikoide (Kortison) wirken entzündungshemmend.
  • Mukopharmaka lösen festsitzenden Bronchialschleim.
COPD Medikamente

Inhalationstherapie

Medikamente bei COPD werden meist als Dosieraerosole zur Inhalation verschrieben. Inhalierhilfen erleichtern die Anwendung und verringern Nebenwirkungen im Mund und Rachenraum.

3. Nichtmedikamentöse Behandlung

Physiotherapie bei COPD

Mehrere Studien belegen, dass Kraft- und Ausdauertraining bei COPD helfen, die körperliche Belastbarkeit zu steigern und das Fortschreiten der Lungenkrankheit zu verhindern. Daher sind Bewegung und angemessene sportliche Aktivität grundsätzlich ein wichtiger Teil der Therapie.

Leiden die Betroffenen unter starken Symptomen wie Atemnot oder Husten mit Auswurf, sind gezielte Übungen unter fachlicher Anleitung sinnvoll. Atemtechniken und -übungen zur Stärkung der Atemmuskulatur lassen sich z.B. im Rahmen einer physiotherapeutischen Atemtherapie oder in einer Lungensportgruppe erlernen.

Atemtherapiegerät

Atemtherapiegeräte bei COPD

In den Leitlinien wird die Anwendung von sogenannten PEP-Systemen empfohlen. Das Training mit diesen Geräten (RC-Cornet®, Flutter VRP1®) erweitert die Bronchien und erleichtert das Abhusten.

Ernährung bei COPD

Neben gezieltem körperlichem Training ist auch eine ausgewogene Ernährung bei COPD von Bedeutung für eine erfolgreiche Behandlung der COPD.

Über- oder Untergewicht senken die physische Belastbarkeit im Alltag und begünstigen das Fortschreiten der COPD. Eine ausgewogene Ernährung nach der Ernährungspyramide trägt hingegen zu einer erfolgreichen Behandlung bzw. zu einer Linderung der Symptome bei COPD bei.

Sauerstofftherapie

Eine Sauerstofftherapie bei COPD wird dann notwendig, wenn die Sauerstoffversorgung durch den eigenen Körper nicht mehr ausreichend gewährleistet ist und die Patienten unter chronischer Atemnot leiden.

Sauerstoffbrille

Sauerstoffbrillen

Die zusätzliche Zufuhr von Sauerstoff über eine Nasenbrille steigert die körperliche Belastbarkeit der Patienten. Die Wahl der richtigen Sauerstoffbrille ist entscheidend, um Hautreizungen zu vermeiden.

Operative Eingriffe

Wenn alle Optionen der Therapie ausgeschöpft wurden, kommen für einen Teil der Patienten operative Eingriffe in Frage, um die Lebensqualität zu verbessern:

  • Bei einer Bullektomie werden Blasen in der Lunge, die sich im Laufe eines Emphysems bilden können, chirurgisch entfernt.
  • Bei einer Lungenvolumenreduktion werden in geschädigte Bereiche der Lunge kleine Ventile eingesetzt. Sie ermöglichen eine bessere Sauerstoffversorgung dieser Bereiche.
  • Für Patienten mit schwerem Lungenemphysem bleibt eine Lungentransplantation als letzte Behandlungsmöglichkeit. Allerdings ist dieser schwere Eingriff nur in seltenen Fällen möglich.

Behandlung von Exazerbationen und Begleiterkrankungen

Exazerbationen sind Krankheitsschübe, die den Verlauf einer COPD drastisch beschleunigen können. Tritt ein solcher Schub auf, sind Sondermaßnahmen zu treffen. Diese reichen von einer Intensivierung der medikamentösen Therapie bis hin zur stationären Beatmung der Patienten.

Neuerdings wird auch den Begleiterkrankungen der COPD immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Die COPD ist eine systemische Krankheit, die das Risiko weiterer Erkrankungen stark erhöht. Häufig sind Herzerkrankungen, Lungenkrebs, Diabetes und Osteoporose. Der Vorbeugung bzw. Früherkennung solcher Erkrankungen kommt daher eine besondere Bedeutung zu.

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